Baobab (Adansonia digitata): Botanik, Frucht und Verarbeitung des Affenbrotbaums
Baobab ist der gebräuchliche Name für den Afrikanischen Affenbrotbaum Adansonia digitata, einen Baum aus der Familie der Malvengewächse. Er wächst in den Trockensavannen Afrikas südlich der Sahara. Seine Frucht enthält ein trockenes, mehliges Fruchtfleisch, das nach dem Mahlen als Pulver gehandelt wird.
Der Name Baobab hat sich international durchgesetzt. Auf Deutsch ist auch Affenbrotbaum gebräuchlich. Beide Bezeichnungen meinen dieselbe Art. Dieser Lexikonartikel beschreibt Botanik, Verbreitung, Fortpflanzung, Nutzung und rechtliche Einordnung.
Botanische Einordnung: ein Malvengewächs
Der Baobab gehört zu den Malvengewächsen (Malvaceae), einer Pflanzenfamilie mit Malve, Hibiskus, Kakao und Baumwolle. In der Familie steht der Baobab in der Unterfamilie Bombacoideae. Das ist die Gruppe der Wollbaumgewächse.1
Der Gattungsname Adansonia erinnert an den französischen Naturforscher Michel Adanson. Er beschrieb den Baum im 18. Jahrhundert nach einer Reise in den Senegal. Auf die Blätter bezieht sich das Artepitheton digitata: Sie sind gefingert und bestehen meist aus fünf bis sieben Teilblättern.
- Familie: Malvengewächse (Malvaceae)
- Unterfamilie: Bombacoideae (Wollbaumgewächse)
- Gattung: Adansonia L.
- Art: Adansonia digitata L.
- Wuchsform: laubabwerfender Baum mit stark verdicktem Stamm
In der Trockenzeit wirft der Baobab seine Blätter ab. Über viele Monate steht er kahl da. Die nackten Äste erinnern an Wurzeln; daraus entstand das verbreitete Bild vom Baum, der verkehrt herum in der Erde steckt.
Wuchsform und Stammdurchmesser
Der Baobab erreicht meist eine Höhe von 5 bis 25 Metern. Für einen Baum dieser Höhe ist der Stamm aussergewöhnlich dick: Verbreitet sind Durchmesser von 3 bis 10 Metern. Einzelne alte Bäume liegen darüber.
Das Holz ist weich und faserig. Es speichert grosse Mengen Wasser. Der Stamm ist deshalb kein starrer Pfeiler, sondern ein Speicherorgan, dessen Umfang im Jahresverlauf messbar schwankt. In der Trockenzeit schrumpft er, nach Regen dehnt er sich wieder aus.
Viele grosse Exemplare bestehen nicht aus einem einzigen Stamm. Sie bilden mehrere Teilstämme, die zusammenwachsen. Dabei entsteht im Inneren oft ein Hohlraum. Eine Arbeit in Nature Plants beschrieb 2018 diese Bauweise als Voraussetzung dafür, dass Baobabs sehr gross und sehr alt werden.2
Wie alt werden Affenbrotbäume?
Durch Zählen von Jahresringen lässt sich das Alter eines Baobabs nicht bestimmen. Die Ringe verblassen oder fehlen ganz, und der Hohlraum im Stamminneren zerstört zudem die ältesten Teile. Deshalb arbeiten Forschende mit der Radiokohlenstoffmethode.
Bei diesem Verfahren wird der Zerfall des Kohlenstoffisotops C-14 im Holz gemessen; daraus ergibt sich das Alter der beprobten Stelle. Auf diesem Weg datierte ein Team um Adrian Patrut über sechzig grosse Exemplare.2
Datierung statt Ringzählung
Der Baum „Panke" in Simbabwe lieferte Holzproben mit einem Alter von rund 2450 Jahren. Er starb 2011 ab. Zudem berichtete die Untersuchung von 2018 über ein auffälliges Baumsterben. Innerhalb von zwölf Jahren starben 9 der 13 ältesten datierten Bäume ab. Bei 5 der 6 grössten brachen die alten Stammteile zusammen. In der Arbeit blieb die Ursache offen.2
Nach diesen Zahlen zählt der Baobab zu den ältesten bekannten Bedecktsamern; Bedecktsamer sind Pflanzen, deren Samen in einer Fruchthülle liegen. Alle Blütenpflanzen gehören dazu.
Verbreitung in den Trockensavannen Afrikas
In Afrika südlich der Sahara liegt das natürliche Verbreitungsgebiet von Adansonia digitata. Der Baum besiedelt Trockensavannen und trockene Waldränder und kommt vom Senegal über den Sudan bis nach Südafrika vor. Auf Madagaskar wächst er ebenfalls. Dort steht er jedoch neben eigenen Arten.
Für ihn typisch sind heisse Standorte mit einer langen Trockenzeit. Der Baum meidet Staunässe und sehr feuchte Wälder; er wächst häufig einzeln in der offenen Landschaft. In Siedlungsnähe steht er oft in sogenannten Parklandschaften, also auf Feldern zwischen den Kulturpflanzen.
Durch den Menschen gelangte der Baobab früh nach Asien. In Indien und im Oman stehen alte Bestände. Auf den Kapverden und in der Karibik wurde er ebenfalls angepflanzt; diese Vorkommen gelten als eingeführt, nicht als ursprünglich.
Die Gattung Adansonia: acht Arten auf drei Kontinenten
Die Gattung Adansonia umfasst nach heutiger Lesart acht Arten. Sechs davon wachsen ausschliesslich auf Madagaskar. Eine Art lebt auf dem afrikanischen Festland, eine weitere im Nordwesten Australiens. Eine 2024 in Nature veröffentlichte Arbeit sequenzierte die Genome aller acht Arten.3
Diese Arbeit ordnet Madagaskar als Ursprungsgebiet der heutigen Linien ein. Von dort aus gelangten Vorfahren über weite Strecken nach Afrika und Australien. Zudem beschreiben die Autorinnen und Autoren eine netzartige Stammesgeschichte. Arten kreuzten sich also wiederholt.
2012 wurde eine neunte Art unter dem Namen Adansonia kilima beschrieben. Eine Überprüfung in der Fachzeitschrift Taxon kam 2016 zum Schluss, dass sich die Merkmale nicht konsistent trennen lassen. Der Name gilt seither als Synonym zu Adansonia digitata.4
| Adansonia digitata | Afrikanisches Festland, auch auf Madagaskar |
| Adansonia gregorii | Nordwesten Australiens |
| Adansonia grandidieri | Madagaskar, Westen |
| Adansonia madagascariensis | Madagaskar, Norden und Westen |
| Adansonia perrieri | Madagaskar, Norden |
| Adansonia rubrostipa | Madagaskar, Westen und Süden |
| Adansonia suarezensis | Madagaskar, äusserster Norden |
| Adansonia za | Madagaskar, weit verbreitet |
Die Arbeit von 2024 weist auf den Erhaltungszustand der madagassischen Arten hin; genannt werden besonders Adansonia suarezensis und Adansonia grandidieri. Für Adansonia perrieri beschreiben die Fachleute einen zusätzlichen Druck durch die weit verbreitete Art Adansonia za.3
Blüte und Bestäubung durch Flughunde
Die Blüten von Adansonia digitata sind gross und weiss. Sie hängen an langen Stielen. In der Dämmerung öffnen sie sich. Meist bleibt eine Blüte nur eine einzige Nacht geöffnet; am Morgen welkt sie und fällt bald darauf ab.
Die Blüten geben einen kräftigen, moschusartigen Duft ab. Als Bestäuber gelten vor allem Flughunde. Flughunde sind grosse, fruchtfressende Fledertiere. Für Arten wie Eidolon helvum, Epomophorus gambianus und Rousettus aegyptiacus ist ein Blütenbesuch beschrieben.
Die Bestäubung ist Gegenstand laufender Forschung. Eine Studie in Systematic Biology untersuchte 2019 die Blütenmerkmale der ganzen Gattung.1 Sie unterscheidet zwei Bestäubungsformen: weisse Blüten mit Bestäubung durch Säugetiere und gelb-rote Blüten mit Bestäubung durch Schwärmer. Schwärmer sind langrüsselige Nachtfalter.
Dieselbe Arbeit zeigt, dass sich diese Formen in der Stammesgeschichte nicht einfach auseinander ableiten lassen. Kreuzungen zwischen Linien erklären das Muster besser. Für den Afrikanischen Affenbrotbaum wird ausserdem diskutiert, ob Nachtfalter ergänzend zur Bestäubung beitragen; die Datenlage dazu gilt als vorläufig.
Die Frucht und ihr trockenes Fruchtfleisch
Die Frucht ist länglich bis eiförmig, wird bis zu 30 Zentimeter lang und hängt an einem festen Stiel. Von aussen trägt sie eine harte, holzige Schale mit samtiger Behaarung; darunter liegen zahlreiche nierenförmige Samen.
Die Samen sind von weissem bis beigem Fruchtfleisch umhüllt. Dieses Fruchtfleisch ist nicht saftig. Es ist trocken, mehlig und zerfällt in Stücke. Durch das Innere ziehen Fasern. Sie verbinden die Samen mit der Schale.
Diese Trockenheit entsteht am Baum selbst: Die Frucht reift und trocknet in der Schale aus, bevor sie geerntet wird. Danach liegt der Wassergehalt des Fruchtfleischs im niedrigen zweistelligen Bereich. Für Fruchtmark verschiedener afrikanischer Arten mass eine Analyse von 2025 Werte zwischen 9 und 13 Prozent.5
Daraus ergibt sich eine Besonderheit der Verarbeitung. Ein zusätzlicher Trocknungsschritt entfällt. Bei anderen Früchten, etwa der Acerola, muss der Saft oder das Mark vor dem Mahlen erst schonend getrocknet werden.
Verarbeitung zu Pulver
Der Weg von der Frucht zum Pulver ist kurz. In der Anlage beschreibt ihn die europäische Zulassung von 2008 sehr knapp. Die Früchte werden geerntet, die harten Schalen aufgebrochen, das Fruchtfleisch von Samen und Schale getrennt.6
Anschliessend folgt das Mahlen. Das Mahlgut wird in eine grobe und eine feine Fraktion getrennt. Laut Zulassung liegt die Partikelgrösse dafür bei 3 bis 600 Mikrometer. Danach wird abgepackt. Ein Trocknungsschritt kommt in dieser Beschreibung nicht vor.
Von anderen Sammelfrüchten kennt man das Trennen von Fruchtfleisch, Samen und Fasern ebenfalls. Bei der Hagebutte ist dieser Arbeitsschritt sogar der aufwendigste Teil der Verarbeitung.
Steckbrief
| Wissenschaftlicher Name | Adansonia digitata L. |
| Deutscher Name | Afrikanischer Affenbrotbaum |
| Familie | Malvengewächse (Malvaceae), Unterfamilie Bombacoideae |
| Gattung | Adansonia, acht anerkannte Arten |
| Wuchshöhe | meist 5 bis 25 Meter |
| Stammdurchmesser | verbreitet 3 bis 10 Meter |
| Ältester datierter Baum | rund 2450 Jahre („Panke", Simbabwe, Radiokohlenstoffdatierung) |
| Verbreitung | Trockensavannen Afrikas südlich der Sahara |
| Blüte | weiss, hängend, geöffnet meist eine Nacht |
| Bestäubung | vor allem Flughunde, ergänzend Nachtfalter diskutiert |
| Genutzte Pflanzenteile | Fruchtfleisch, Samen, Blätter, Rinde |
| Handelsform | gemahlenes Fruchtfleisch als Pulver |
| EU-Status | neuartiges Lebensmittel, zugelassen 2008 |
Blätter, Samen und Rinde
Nicht nur die Frucht wird genutzt. In weiten Teilen Westafrikas sind die jungen Blätter ein Blattgemüse. Sie werden frisch gekocht oder getrocknet und zu Mehl zerrieben; dieses Blattmehl geht in Saucen und Breie ein.
Damit ähnelt die Nutzung derjenigen von Moringa. Auch dieser afrikanische Baum hat essbare Blätter. In beiden Fällen liefert der Baum in der Trockenzeit Blattmasse, wenn andere Kulturen fehlen.
- Fruchtfleisch: getrocknet, gemahlen, in Getränken und Speisen
- Samen: geröstet verzehrt oder zu Öl gepresst
- Blätter: frisch als Gemüse, getrocknet als Blattmehl
- Rinde: Bastfasern für Seile, Körbe, Matten und Dächer
- Stammhöhlen: vielerorts als Wasserspeicher genutzt
Die Rinde nimmt eine Sonderrolle ein. Ihr Bast liefert reissfeste Fasern. Wird sie abgeschält, bildet der Baum sie in vielen Fällen nach. Bei Bäumen ist diese Fähigkeit ungewöhnlich. Sie erklärt die lange Nutzungstradition.
Die ethnobotanische Literatur verzeichnet darüber hinaus zahlreiche überlieferte Anwendungen einzelner Pflanzenteile in verschiedenen Regionen Afrikas. Eine Übersichtsarbeit aus dem Jahr 2010 hat diese Überlieferungen zusammengetragen und geordnet.7 Sie ist als historische und kulturelle Dokumentation zu lesen.
Der Baum als Versammlungsort
In vielen Regionen Westafrikas steht der Baobab im Zentrum des Dorfes; unter seiner Krone werden Beratungen abgehalten. Der französische Begriff „arbre à palabres" bezeichnet genau diese Funktion; auf Deutsch spricht man vom Palaverbaum oder Versammlungsbaum.
Diese Rolle hat praktische Gründe. Der Baum spendet Schatten und ist weithin sichtbar. Er wird sehr alt und überdauert Generationen. So kann ein einzelner Baum über Jahrhunderte derselbe Treffpunkt bleiben.
Einzelne Bäume tragen eigene Namen und gelten als geschützt. In Senegal, Mali und Burkina Faso werden alte Exemplare beim Anlegen von Feldern stehen gelassen. Daraus entstehen die erwähnten Parklandschaften. Der Baobab ist dort ein Kulturelement, nicht nur eine Pflanze.
Was Analysen im Fruchtfleisch messen
Für die Zusammensetzung des Fruchtfleischs liegen Laboranalysen vor. Eine 2025 in Plants veröffentlichte Untersuchung analysierte Fruchtmark und Samen dreier afrikanischer Arten, darunter Adansonia digitata.5 Bestimmt wurden unter anderem Wasser, Asche, Protein, Fett, Ballaststoffe, Zucker, organische Säuren und Mineralstoffe.
Für das Baobab-Fruchtmark nennt die Arbeit einen Anteil löslicher Ballaststoffe von über 30 Prozent. Für Zitronensäure lag der Gehalt bei 3,2 Prozent. Unter den Mineralstoffen war Kalium im Fruchtmark stärker vertreten als in den Samen. In den Samen fanden sich höhere Anteile an Calcium, Phosphor, Schwefel und Eisen.
Zum Vitamin C im Baobab kursieren sehr unterschiedliche Angaben. Die genannte Untersuchung hat diesen Wert nicht bestimmt. Einzelanalysen aus verschiedenen Herkünften schwanken stark. Eine belastbare Einheitszahl für die Frucht existiert daher nicht.
Rechtliche Einordnung: Novel Food seit 2008
Baobab-Fruchtfleisch war in Europa vor 1997 nicht in nennenswertem Umfang im Handel. Damit fiel es unter die damalige Verordnung über neuartige Lebensmittel. Ein Inverkehrbringen war ohne Zulassung nicht möglich.
Der Handelsverband PhytoTrade Africa stellte 2006 in Grossbritannien einen Antrag. Die zuständige britische Stelle legte 2007 ihren Erstprüfbericht vor. Am 27. Juni 2008 erliess die Europäische Kommission die Entscheidung 2008/575/EG. Sie erlaubt das Inverkehrbringen von getrocknetem Baobab-Fruchtfleisch.6
Die Entscheidung legt auch die Verkehrsbezeichnung fest. In der Kennzeichnung ist die Zutat als „Baobab-Fruchtfleisch" zu bezeichnen. Heute führt die Unionsliste der neuartigen Lebensmittel den Eintrag fort. Andere Pflanzenteile wie Blätter oder Rinde sind von dieser Zulassung nicht erfasst.
Gegenstand aktueller Forschung
Der Baobab ist botanisch gut beschrieben. Genetisch war er lange wenig erschlossen. In den vergangenen Jahren hat sich das geändert. 2024 legte ein Team ein Referenzgenom für Adansonia digitata vor, das auf 42 Chromosomen bezogen ist.8
Die Arbeit beschreibt einen ungewöhnlich hohen Anteil beweglicher DNA-Abschnitte: Transposons machen demnach rund ein Drittel des Erbguts aus. Zudem werden zwei Verdopplungen des gesamten Genoms datiert; die ältere liegt etwa 30 Millionen Jahre zurück.
Aus der Nachsequenzierung von 25 Bäumen leiten die Fachleute drei Teilpopulationen ab; zwischen West- und Ostafrika unterscheidet sich der Genfluss. Untersucht wird zudem, ob bestimmte lichtabhängige Gene mit der langen Lebensdauer zusammenhängen. Diese Frage ist offen.
- Stammesgeschichte: Herkunft der Gattung und Ausbreitung über den Indischen Ozean3
- Bestäubung: Anteil von Flughunden und Nachtfaltern am Fruchtansatz1
- Baumsterben: Ursachen für das Absterben alter Grossexemplare2
- Genetik: Genomstruktur, Populationen und Genfluss innerhalb Afrikas8
- Rohstoff: Schwankungen in der Zusammensetzung des Fruchtmarks je nach Herkunft5
Für die madagassischen Arten steht der Erhalt im Vordergrund. Mehrere von ihnen haben kleine Verbreitungsgebiete. Deshalb gehören Modellrechnungen zu Klimaveränderungen und Landnutzung zu den laufenden Arbeiten; Aussagen über künftige Bestände bleiben mit Unsicherheiten behaftet.
Häufige Fragen
Was ist Baobab?
Baobab ist der gebräuchliche Name des Afrikanischen Affenbrotbaums Adansonia digitata. Der Baum gehört zu den Malvengewächsen. Im Handel bezeichnet Baobab meist das gemahlene, getrocknete Fruchtfleisch dieser Art.
Warum heisst der Baobab Affenbrotbaum?
Der deutsche Name geht auf Berichte zurück, wonach Affen die herabgefallenen Früchte fressen. An Brot erinnerte das mehlige Fruchtfleisch europäische Reisende. Aus beiden Beobachtungen entstand der zusammengesetzte Name.
Wie viele Baobab-Arten gibt es?
Anerkannt sind acht Arten der Gattung Adansonia. Sechs wachsen nur auf Madagaskar, eine in Afrika und eine in Australien. Eine 2012 vorgeschlagene neunte Art gilt heute als Synonym zur afrikanischen Art.3,4
Wie alt kann ein Baobab werden?
Für den Baum „Panke" in Simbabwe ergaben Radiokohlenstoffdatierungen ein Alter von rund 2450 Jahren. Damit zählt der Baobab zu den ältesten bekannten Blütenpflanzen. Bei ihm lassen sich Jahresringe nicht zuverlässig auszählen.2
Wer bestäubt die Blüten des Affenbrotbaums?
Als Hauptbestäuber gelten Flughunde. Die weissen Blüten öffnen sich abends und duften kräftig. Ob Nachtfalter zusätzlich beitragen, wird untersucht. In der Gattung gibt es daneben Arten, die von Schwärmern bestäubt werden.1
Warum muss Baobab-Fruchtfleisch nicht getrocknet werden?
Die Frucht trocknet bereits am Baum in ihrer harten Schale aus; das Fruchtfleisch ist bei der Ernte mehlig und wasserarm. Deshalb beschränkt sich die Verarbeitung auf Öffnen, Trennen, Mahlen, Sieben und Abpacken.6
Seit wann ist Baobab in der EU zugelassen?
Die Europäische Kommission liess getrocknetes Baobab-Fruchtfleisch am 27. Juni 2008 als neuartiges Lebensmittel zu. Die Verkehrsbezeichnung lautet „Baobab-Fruchtfleisch". Blätter und Rinde sind von dieser Zulassung nicht erfasst.6
Quellen
- Karimi N. et al.: Reticulate Evolution Helps Explain Apparent Homoplasy in Floral Biology and Pollination in Baobabs (Adansonia; Bombacoideae; Malvaceae). Systematic Biology, 2019. DOI 10.1093/sysbio/syz073, PMID 31693158
- Patrut A. et al.: The demise of the largest and oldest African baobabs. Nature Plants, 2018. DOI 10.1038/s41477-018-0170-5, PMID 29892092
- Wan J.-N. et al.: The rise of baobab trees in Madagascar. Nature, 2024. DOI 10.1038/s41586-024-07447-4, PMID 38750363
- Cron G. V. et al.: One African baobab species or two? Synonymy of Adansonia kilima and A. digitata. Taxon, 2016. DOI 10.12705/655.6
- Lageiro M. et al.: Nutritional Characterization of Fruits from Three African Plant Species: Dialium guineense Willd, Parkia biglobosa Jacq. and Adansonia digitata L. Plants, 2025. DOI 10.3390/plants14152344, PMID 40805693
- Entscheidung 2008/575/EG der Kommission vom 27. Juni 2008 zur Genehmigung des Inverkehrbringens von getrocknetem Baobab-Fruchtfleisch als neuartige Lebensmittelzutat gemäss Verordnung (EG) Nr. 258/97. CELEX 32008D0575
- De Caluwé E., Halamová K., Van Damme P.: Adansonia digitata L. – A review of traditional uses, phytochemistry and pharmacology. Afrika Focus, 2010. DOI 10.21825/af.v23i1.5037
- Kitony J. K. et al.: Chromosome-level baobab genome illuminates its evolutionary trajectory and environmental adaptation. Nature Communications, 2024. DOI 10.1038/s41467-024-53157-w, PMID 39396056
Zusammengestellt und geprüft von der Sanasis-Fachredaktion. Dieser Glossarbeitrag ordnet den Begriff botanisch, kulturhistorisch und rechtlich ein. Er beschreibt keine Anwendung und ersetzt keine fachliche Beratung. Stand: August 2026.