Lexikon · Aminosäuren & Biochemie
BCAA – Leucin, Isoleucin und Valin
BCAA ist die Abkürzung für «branched-chain amino acids», auf Deutsch verzweigtkettige Aminosäuren. Der Sammelbegriff steht für genau drei Stoffe. Das sind Leucin, Isoleucin und Valin. Zu den proteinogenen Aminosäuren gehören sie, also zu den Bausteinen, aus denen Zellen ihre Proteine zusammensetzen.
Wegen der Form ihrer Seitenkette tragen sie ihren Namen: Deren Kohlenstoffgerüst ist verzweigt. Dieser Artikel beschreibt Chemie, Aufbau, Vorkommen und industrielle Herstellung der drei Stoffe. Er ist rein informativ und bezieht sich auf kein bestimmtes Produkt.
Was BCAA sind
BCAA ist kein einzelner Stoff und kein Markenname. Aus der Biochemie und der Ernährungswissenschaft stammt diese Sammelbezeichnung. Sie fasst drei der zwanzig proteinogenen Aminosäuren zusammen, die ein gemeinsames bauliches Merkmal teilen.
Diese drei sind Leucin, Isoleucin und Valin. In der Literatur erscheinen sie oft mit dem Präfix L-, also als L-Leucin, L-Isoleucin und L-Valin. Das L bezeichnet die räumliche Anordnung am zentralen Kohlenstoffatom; für den Aufbau von Proteinen wird nur diese Form verwendet.
Aus dem Englischen stammt die Abkürzung, die sich international durchgesetzt hat; im deutschen Fachschrifttum steht daneben die Übersetzung «verzweigtkettige Aminosäuren». Beide Begriffe meinen dieselben drei Stoffe.
Warum sie «verzweigtkettig» heissen
Alle Aminosäuren folgen demselben Grundmuster. Ein zentrales Kohlenstoffatom, das Alpha-C-Atom, trägt vier Nachbarn: eine Aminogruppe (–NH2), eine Carboxylgruppe (–COOH), ein Wasserstoffatom und einen Rest. Dieser Rest heisst Seitenkette. In Formeln wird er mit R abgekürzt. Er allein unterscheidet die zwanzig proteinogenen Aminosäuren voneinander.
Bei Leucin, Isoleucin und Valin besteht die Seitenkette nur aus Kohlenstoff und Wasserstoff. Entscheidend ist ihre Form. Mindestens ein Kohlenstoffatom der Kette trägt drei weitere Kohlenstoffatome, und damit läuft die Kette nicht gerade weiter, sondern gabelt sich. Genau diese Gabelung ist die «Verzweigung» im Namen.
- Valin trägt einen Isopropylrest. Direkt am Alpha-C-Atom sitzt ein Kohlenstoff mit zwei Methylgruppen – die Gabel liegt unmittelbar neben dem Grundgerüst.
- Leucin trägt einen Isobutylrest. Zwischen Grundgerüst und Gabelung liegt eine zusätzliche CH2-Gruppe. Die Verzweigung rückt damit ein Glied weiter nach aussen.
- Isoleucin trägt einen sekundären Butylrest. Die Gabelung liegt wie bei Valin dicht am Grundgerüst, doch einer der beiden Zweige ist um ein Kohlenstoffatom länger.
Deshalb haben Leucin und Isoleucin dieselbe Summenformel C6H13NO2 und dieselbe molare Masse. Sie unterscheiden sich nur darin, wie die Atome verknüpft sind. Chemisch nennt man ein solches Paar Konstitutionsisomere, worauf der Namensbestandteil «Iso-» in Isoleucin genau verweist.
Ein Detail unterscheidet Isoleucin von den beiden anderen: Seine Seitenkette gabelt sich an einem Kohlenstoffatom, das vier verschiedene Nachbarn trägt. Damit besitzt das Molekül zwei Stereozentren statt nur einem; deshalb wird die in Proteinen verbaute Form ausführlich als (2S,3S)-Isoleucin bezeichnet. Die abweichende Variante heisst allo-Isoleucin.
| Merkmal | Valin | Leucin | Isoleucin |
|---|---|---|---|
| Kürzel | Val / V | Leu / L | Ile / I |
| Summenformel | C5H11NO2 | C6H13NO2 | C6H13NO2 |
| Molare Masse | 117,15 g/mol | 131,17 g/mol | 131,17 g/mol |
| Systematischer Name | (2S)-2-Amino-3-methylbutansäure | (2S)-2-Amino-4-methylpentansäure | (2S,3S)-2-Amino-3-methylpentansäure |
| CAS-Nummer | 72-18-4 | 61-90-5 | 73-32-5 |
| Seitenkette | Isopropylrest | Isobutylrest | sekundärer Butylrest |
| Stereozentren | 1 | 1 | 2 |
| Codons im genetischen Code | 4 (GUU, GUC, GUA, GUG) | 6 (UUA, UUG, CUU, CUC, CUA, CUG) | 3 (AUU, AUC, AUA) |
| Einstufung | essentiell | essentiell | essentiell |
Stoffdaten nach der Datenbank PubChem, Einträge CID 6287, 6106 und 6306.8 Chemische Sachangaben, keine Aussage über einen gesundheitlichen Nutzen.
Der Unterschied zu den übrigen Aminosäuren
Nach ihrer Seitenkette werden die zwanzig proteinogenen Aminosäuren geordnet; üblich sind Gruppen wie unpolar-aliphatisch, aromatisch, schwefelhaltig, hydroxylhaltig, sauer und basisch. In der ersten Gruppe stehen Leucin, Isoleucin und Valin, darin die einzigen drei mit verzweigtem Kohlenstoffgerüst.
Zum Vergleich: Alanin trägt nur eine einzelne Methylgruppe. Seine Kette ist gerade. Glycin besitzt überhaupt keine Seitenkette. An ihrer Stelle steht nur ein zweites Wasserstoffatom. Mit dem eigenen Grundgerüst bildet Prolin einen Ring; Cystein und Methionin enthalten Schwefel, Phenylalanin und Tyrosin einen Benzolring.
Die Verzweigung hat eine physikalische Folge. Die drei Seitenketten sind unpolar und mischen sich schlecht mit Wasser; Fachleute nennen solche Reste hydrophob, also wassermeidend. In einem gefalteten Protein liegen sie deshalb häufig im Inneren des Moleküls und tragen dort zur räumlichen Struktur bei.
| Gruppe | Merkmal der Seitenkette und Beispiele |
|---|---|
| unpolar, unverzweigt | gerade Kohlenwasserstoffkette oder gar keine: Glycin, Alanin |
| unpolar, verzweigt (BCAA) | gegabeltes Kohlenstoffgerüst: Valin, Leucin, Isoleucin |
| aromatisch | Ringsystem aus Kohlenstoff: Phenylalanin, Tyrosin, Tryptophan |
| schwefelhaltig | enthält ein Schwefelatom: Cystein, Methionin |
| hydroxylhaltig | trägt eine OH-Gruppe: Serin, Threonin |
| sauer und deren Amide | zweite Säure- oder Amidgruppe: Asparaginsäure, Glutaminsäure, Asparagin, Glutamin |
| basisch | zusätzliche Stickstoffgruppe: Lysin, Arginin, Histidin |
| Sonderfall | Seitenkette bildet mit dem Grundgerüst einen Ring: Prolin |
Gängige Einteilung der proteinogenen Aminosäuren. Die Zuordnung einzelner Vertreter schwankt je nach Lehrbuch. Chemische Sachangabe ohne Aussage über einen gesundheitlichen Nutzen.
Diese Übersicht zeigt, wie eng die Gruppe der BCAA gefasst ist: Von zwanzig Bausteinen erfüllen nur drei das Kriterium. Deshalb hat sich für sie ein eigener Sammelbegriff eingebürgert, während es für die geraden unpolaren Ketten keinen entsprechenden gibt.
In der Analytik spielt die Zusammensetzung ebenso eine Rolle. Wer den Aminosäurengehalt eines Lebensmittels bestimmen will, muss das Protein zuerst zerlegen. Eine Methodenvergleichsarbeit aus dem Jahr 2025 prüfte sechs Hydrolyseverfahren nebeneinander.1 Ihr Ergebnis: Kein Verfahren erfasst alle Aminosäuren gleich zuverlässig, daher sind Angaben aus verschiedenen Datenquellen nur bedingt vergleichbar.
Warum alle drei essentiell sind
Essentiell bedeutet in der Ernährungswissenschaft: Der menschliche Stoffwechsel kann den Stoff nicht selbst aufbauen. Mit der Nahrung muss er ihn aufnehmen. Der deutsche Fachbegriff dafür lautet unentbehrlich. Im Englischen spricht man von indispensable amino acids.
In der Ausstattung mit Enzymen liegt der Grund: Für diese drei Moleküle besitzen Pflanzen, Bakterien und Pilze einen eigenen Bauweg. In der Genetik trägt er das Kürzel ilv und startet bei einfachen Stoffwechselprodukten. Zu den zentralen Enzymen dieses Wegs zählen die Acetohydroxysäure-Synthase und die Threonin-Dehydratase.5
Im menschlichen Stoffwechsel fehlt dieser Bauweg. Es gibt keinen Ersatzpfad, über den sich Leucin, Isoleucin oder Valin aus anderen Bausteinen herstellen liessen. Genau das macht sie zu essentiellen Aminosäuren. Bei erwachsenen Menschen werden neun der zwanzig proteinogenen Aminosäuren so eingestuft. Drei davon sind die BCAA.
Vorkommen in Lebensmitteln
In praktisch jedem Nahrungsprotein kommen Leucin, Isoleucin und Valin vor. Sie sind keine Besonderheit einzelner Lebensmittel, sondern reguläre Bestandteile des Proteinmusters: Wo Protein steckt, stecken auch die drei Aminosäuren.
Ein Beispiel mit Zahlen. Nach der Datenbank FoodData Central des US-Landwirtschaftsministeriums enthält ein rohes Hühnerei 12,56 g Protein je 100 g. Davon entfallen 1,09 g auf Leucin, 0,86 g auf Valin und 0,67 g auf Isoleucin.7 Zusammen sind das rund 2,6 g, also etwa ein Fünftel des Proteins. Für Sojaprotein-Isolat nennt dieselbe Quelle 88,32 g Protein je 100 g und darin zusammen rund 15,1 g der drei Aminosäuren.7
In der Praxis liefern vor allem diese Lebensmittelgruppen Nahrungsprotein und damit auch BCAA:
- Molkenprotein und andere Milchproteine, ebenso Quark, Käse und Joghurt
- Fleisch und Geflügel in allen Stücken, unabhängig von der Zubereitung
- Fisch und Meeresfrüchte, etwa Kabeljau, Lachs oder Thunfisch
- Eier, sowohl das Eiklar als auch das Eigelb
- Hülsenfrüchte wie Linsen, Kichererbsen, Bohnen und Erbsen
- Sojaprotein und daraus hergestellte Lebensmittel wie Tofu oder Tempeh
- Getreideerzeugnisse, die je 100 g weniger Protein enthalten, dafür aber in grösseren Mengen gegessen werden
Wie stark die einzelnen Gruppen zur Aufnahme beitragen, hängt vom Essverhalten ab. Eine Erhebung an älteren Erwachsenen in Irland ordnete die Beiträge zur gesamten Aminosäurenzufuhr. Dort stellten Fleisch und Fleischgerichte 28 bis 47 Prozent, gefolgt von Brot, Milch und Joghurt sowie Fisch.3 Die Zahlen beschreiben eine bestimmte Bevölkerungsgruppe und lassen sich nicht ohne Weiteres übertragen.
Das Mengenverhältnis 2:1:1
Auf Erzeugnissen mit den drei Aminosäuren steht häufig die Angabe 2:1:1. Gemeint ist das Mengenverhältnis der Bestandteile: auf zwei Teile Leucin kommt je ein Teil Isoleucin und Valin. Die Angabe beschreibt also die Zusammensetzung der Mischung, nicht eine Menge.
An das Muster in Nahrungsproteinen lehnt sich das Verhältnis an. Dort stellt Leucin von den drei Aminosäuren regelmässig den grössten Anteil, während Isoleucin und Valin darunter liegen. Die oben genannten Werte für Ei und Sojaprotein-Isolat zeigen dieses Muster.7 Das gerundete 2:1:1 bildet es vereinfacht ab.
Eine amtlich festgelegte Grösse ist dieses Verhältnis nicht. Es ist eine Konvention der Herstellung, die sich im Handel eingebürgert hat. Daneben sind andere Mischungen im Umlauf, etwa 4:1:1 oder 8:1:1. Die Ziffern sagen nichts über Reinheit, Herkunft oder Herstellungsverfahren der einzelnen Aminosäuren aus.
Einordnung: Angaben wie 2:1:1 sind reine Zusammensetzungsangaben. Sie beschreiben das Verhältnis dreier Stoffe zueinander. Eine Aussage über Qualität oder über eine Wirkung ist damit nicht verbunden.
Herstellung: Fermentation statt Extraktion
In früheren Jahrzehnten gewann man einzelne Aminosäuren aus Proteinen. Dabei wurde eiweisshaltiges Ausgangsmaterial hydrolysiert, also chemisch zerlegt. Anschliessend wurde das Gemisch aufgetrennt. Das Verfahren ist aufwendig. Es liefert stets ein Gemisch vieler Aminosäuren.
Heute stammen die drei Aminosäuren in der Regel aus einer bakteriellen Fermentation; der wichtigste Produktionsorganismus ist Corynebacterium glutamicum. Das Bakterium stammt aus dem Boden. Seit Jahrzehnten wird es industriell für die Aminosäurenproduktion eingesetzt und gilt als eines der zentralen Arbeitspferde der industriellen Biotechnologie.4
In der Industrie folgt der Ablauf einem festen Muster:
- Stammauswahl: Ausgewählt wird eine Bakterienlinie, die den gewünschten Stoff im Überschuss bildet und aus der Zelle ausschleust.
- Nährmedium: Als Kohlenstoffquelle dienen Zucker aus Melasse, Stärke oder Glukosesirup, dazu kommen Stickstoffquellen und Mineralsalze.
- Fermentation: Im Fermenter werden Temperatur, pH-Wert und Sauerstoffversorgung geregelt. Die Kultur bildet die Aminosäure über Stunden bis Tage.
- Abtrennung: Die Zellen werden aus der Brühe entfernt, meist durch Filtration oder Zentrifugation.
- Reinigung: Über Ionenaustauscher wird die Aminosäure vom Rest getrennt, danach kristallisiert und getrocknet.
Die erreichbaren Ausbeuten sind Gegenstand laufender Forschung: Eine Arbeit aus dem Jahr 2026 beschrieb einen gezielt veränderten Stamm von C. glutamicum. Nach Angabe der Autoren erreichte er im 50-Liter-Fermenter 50,12 g L-Isoleucin je Liter.5 Solche Werte gelten für Versuchsbedingungen und sind keine Angabe zu Handelsware.
Mit dem Verfahren befassen sich auch Behörden. Als Zusatzstoff in Futtermitteln bewertete die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit L-Valin, das mit C. glutamicum hergestellt wurde.6 Solche Gutachten beschreiben Produktionsstamm, Verfahren und Reinheit des Erzeugnisses.
Dabei wird ein Punkt oft übersehen. Fermentativ hergestellte Aminosäuren sind kristalline Einzelstoffe. Sie stammen nicht aus Milch, Molke oder Fleisch, auch wenn diese Lebensmittel dieselben Stoffe enthalten. Auf die Angabe des Herstellungsverfahrens achtet, wer die Herkunft einordnen möchte.
BCAA, EAA und der Gesamtproteinbedarf
Neben BCAA begegnet Ihnen die Abkürzung EAA: Sie steht für essential amino acids und umfasst alle neun essentiellen Aminosäuren. Damit sind BCAA eine Teilmenge der EAA. Genauer: drei von neun. Zu den übrigen sechs zählen Histidin, Lysin, Methionin, Phenylalanin, Threonin und Tryptophan.
Nicht essentielle Aminosäuren wie Glutamin, Alanin oder Glycin kann der Stoffwechsel selbst aufbauen; trotzdem werden sie als Einzelstoffe gehandelt. Die Einteilung in essentiell und nicht essentiell sagt nichts über den Rang einer Aminosäure aus. Sie beschreibt allein, ob ein Bauweg vorhanden ist.
Für die Bewertung von Nahrungsprotein zählt das gesamte Muster. Fachgremien nutzen dafür Kennzahlen wie den DIAAS, den digestible indispensable amino acid score. Mit ihrer Verdaulichkeit verrechnet er den Gehalt jeder unentbehrlichen Aminosäure. Eine Übersichtsarbeit aus 2024 bezeichnet ihn als derzeit genauestes Verfahren zur Einstufung einzelner Proteinquellen.2 Dabei werden einzelne Aminosäuren nie für sich betrachtet.
Referenzwerte für die Proteinzufuhr beziehen sich entsprechend auf Protein insgesamt und werden von nationalen und internationalen Fachgesellschaften herausgegeben. Angaben zu einzelnen Aminosäuren erscheinen darin als Muster innerhalb des Proteins, nicht als eigenständige Zielgrösse.
Häufige Fragen
Wofür steht die Abkürzung BCAA?
BCAA steht für branched-chain amino acids, auf Deutsch verzweigtkettige Aminosäuren. Aus der englischsprachigen Fachliteratur stammt der Begriff, der die Bauform der Seitenkette beschreibt. Er ist eine Sammelbezeichnung für drei Stoffe. Ein Name eines einzelnen Stoffes ist er nicht.
Welche drei Aminosäuren gehören zu den BCAA?
Leucin, Isoleucin und Valin. Andere Aminosäuren zählen nicht dazu, auch wenn sie in denselben Mischungen vorkommen. Zu den zwanzig proteinogenen Aminosäuren gehören alle drei, und alle drei gelten beim Menschen als essentiell.
Warum heissen Leucin, Isoleucin und Valin verzweigtkettig?
Weil sich ihr Kohlenstoffgerüst in der Seitenkette gabelt. Dort trägt ein Kohlenstoffatom drei weitere Kohlenstoffatome. Die Kette läuft also nicht gerade weiter. Unter den zwanzig proteinogenen Aminosäuren ist dieses Merkmal auf diese drei beschränkt.
Was bedeutet die Angabe 2:1:1?
Sie beschreibt das Mengenverhältnis der drei Aminosäuren zueinander. Auf zwei Teile Leucin kommen je ein Teil Isoleucin und ein Teil Valin. Das Verhältnis ist eine Konvention der Herstellung und keine amtliche Vorgabe. Im Handel finden sich ebenso 4:1:1 und 8:1:1.
Woraus werden BCAA hergestellt?
Heute meist aus Zucker. Und zwar mit Hilfe von Bakterien. Der Standardorganismus ist Corynebacterium glutamicum. Im Fermenter bildet es die jeweilige Aminosäure.4 Danach wird der Stoff abgetrennt, gereinigt und kristallisiert; eine Gewinnung aus tierischem Material ist dafür nicht nötig.
Was unterscheidet BCAA von EAA?
EAA umfasst alle neun essentiellen Aminosäuren, BCAA nur drei davon; damit ist jede BCAA auch eine EAA, aber nicht umgekehrt. Wer die Zusammensetzung eines Erzeugnisses einordnen will, liest die Einzelangaben und nicht die Abkürzung.
Sind Leucin und Isoleucin derselbe Stoff?
Nein. Bei beiden ist die Summenformel C6H13NO2 dieselbe, ebenso die molare Masse von 131,17 g/mol. Ihre Atome sind jedoch unterschiedlich verknüpft; chemisch handelt es sich um zwei eigenständige Stoffe mit eigenen CAS-Nummern.
Redaktion & fachliche Prüfung
Verfasst von der Fachredaktion der Sanasis AG (Redaktion Lebensmittelkunde & Ernährung). Fachlich gegengelesen im Rahmen der internen Qualitätssicherung. Der Beitrag beschreibt drei Aminosäuren allgemein-enzyklopädisch und ist keine Empfehlung, Beratung oder Bewerbung eines Produkts. Hinweise zu Inhalt und Quellen nimmt die Redaktion unter info@sanasis.ch entgegen. Zuletzt geprüft am 05.08.2026.
Quellen
Die folgenden Arbeiten und Datenbanken belegen Chemie, Analytik, Zusammensetzung von Lebensmitteln und industrielle Herstellung – nicht eine gesundheitliche Wirkung. Recherche über Europe PMC, jede DOI über Crossref bestätigt.
1 Rehlund AG, Canoy TS, Nielsen DS, Lund MN, Poojary MM (2025): Protein hydrolysis for amino acid analysis revisited. Food Chemistry 495:146224. PMID 40966790. doi.org/10.1016/j.foodchem.2025.146224 ↩
2 Moughan PJ, Lim WXJ (2024): Digestible indispensable amino acid score (DIAAS): 10 years on. Frontiers in Nutrition 11:1389719. PMID 39021594. doi.org/10.3389/fnut.2024.1389719 ↩
3 Burke A, O’Sullivan E, Giblin L, Nugent AP, Flynn A, McNulty BA, Kehoe L, Callanan M, Walton J (2026): Amino Acid Intakes and Dietary Sources in a Nationally Representative Sample of Older Adults in Ireland: Findings from the National Adult Nutrition Survey. Nutrients 18(3):487. PMID 41683309. doi.org/10.3390/nu18030487 ↩
4 Li K, Sun ML, Yuan B, Li C, Zhao XQ, Liu CG, Sinskey AJ, Bai FW (2025): Engineering Corynebacterium glutamicum cell factory for producing biochemicals. Biodesign Research 7:100008. PMID 41415722. doi.org/10.1016/j.bidere.2025.100008 ↩
5 Cao J, Huang M, Sheng Q, Zhang L, Meng G, Zhao C, Wei A, Liu J, Liu L (2026): Systems metabolic engineering of Corynebacterium glutamicum for efficient production of L-isoleucine. Journal of Animal Science and Biotechnology 17:142. PMID 42415166. doi.org/10.1186/s40104-026-01459-y ↩
6 EFSA Panel on Additives and Products or Substances used in Animal Feed (2026): Safety and efficacy of a feed additive consisting of l-valine produced with Corynebacterium glutamicum CCTCC M 20232578 for all animal species. EFSA Journal 24(1):e10117. PMID 42179755. doi.org/10.2903/j.efsa.2026.10117 ↩
7 U.S. Department of Agriculture, Agricultural Research Service: FoodData Central, SR Legacy. Einträge 171287 (Egg, whole, raw, fresh) und 174276 (Soy protein isolate). fdc.nal.usda.gov ↩
8 National Center for Biotechnology Information: PubChem Compound Summary. CID 6287 (L-Valin), CID 6106 (L-Leucin), CID 6306 (L-Isoleucin). pubchem.ncbi.nlm.nih.gov ↩
Die referierten Arbeiten sind Methoden-, Übersichts- und Verfahrensstudien sowie amtliche Stoff- und Lebensmitteldatenbanken. Ihre Nennung dient der Kennzeichnung von Forschungs- und Datenfeldern und begründet keinen gesundheitsbezogenen Anspruch.
Informativer Lexikonartikel der Sanasis AG · redaktionell geprüft · zuletzt aktualisiert am 05.08.2026. Dieser Beitrag beschreibt drei Aminosäuren allgemein und ist keine Empfehlung oder Bewerbung eines Produkts.