Lexikon · Pflanzenkunde
Beifuss (Artemisia vulgaris): Botanik, Inhaltsstoffe und Überlieferung
Beifuss (Artemisia vulgaris L.) ist eine ausdauernde krautige Pflanze aus der Familie der Korbblütler (Asteraceae). Sie wird 60 bis 200 Zentimeter hoch. Verbreitet ist sie in Europa, Asien und Nordafrika. Typisch sind die weissfilzige Blattunterseite, die unscheinbaren Blütenköpfchen und die Bestäubung durch den Wind. In der europäischen Küche dient das getrocknete Kraut als Gewürz. Dieser Lexikonartikel beschreibt Systematik, Standorte, Inhaltsstoffe, Namensgeschichte, kulturelle Überlieferung und den Pollenflug. Er ist rein informativ und ohne Bezug auf ein bestimmtes Produkt.
Was ist Beifuss botanisch?
Beifuss ist eine ausdauernde Staude mit einem kriechenden Wurzelstock (Rhizom), aus dem jedes Jahr neue Stängel treiben. Die Stängel sind aufrecht, längs gerillt und oft rötlich oder violett überlaufen; im oberen Teil verzweigen sie sich stark. Ausgewachsene Pflanzen erreichen meist 60 bis 200 Zentimeter, an günstigen Stellen auch mehr.
Das auffälligste Bestimmungsmerkmal liegt am Blatt. Die Blätter sind fiederteilig, also tief in schmale Abschnitte eingeschnitten; ihre Oberseite ist dunkelgrün und fast kahl. Mit feinen weissen Haaren ist die Unterseite dagegen dicht besetzt und wirkt filzig. Wer ein Blatt umdreht, sieht deshalb einen deutlichen Hell-Dunkel-Kontrast. In der ostasiatischen Verwendung spielen genau diese Haare der Unterseite eine Rolle, wie weiter unten beschrieben wird.
Die Blüten sind unscheinbar. Beifuss bildet kleine Blütenköpfchen von wenigen Millimetern Durchmesser. Zu Hunderten stehen sie in einer schmalen, langen Rispe, grünlich bis rotbraun gefärbt. Anders als die meisten Korbblütler ist Beifuss windbestäubt (anemophil); er lockt also keine Insekten an und braucht keine bunten Zungenblüten. Ein Vergleich mit dem Löwenzahn macht den Unterschied anschaulich. Dort ist der Blütenkorb gelb und insektenbestäubt, hier klein, unauffällig und auf Wind ausgelegt.
Zur Gattung Artemisia gehört Beifuss. Diese Gattung umfasst rund 500 Arten; eine 2025 in Nature Communications veröffentlichte Arbeit rekonstruierte den Stammbaum von 394 Arten. Sie schlug eine neue Gliederung vor: 24 Sektionen in acht Untergattungen. Dabei wurden 502 von 505 anerkannten Arten zugeordnet.1 Damit zählt die Gattung zu den grossen Pflanzengattungen überhaupt.
Wo Beifuss wächst
Beifuss ist eine klassische Ruderalpflanze: Als Ruderalpflanzen bezeichnet die Botanik Arten, die offene, vom Menschen gestörte Böden besiedeln. Er bevorzugt stickstoffreiche, eher trockene Standorte in voller Sonne. Deshalb nennen ihn Fachleute einen Stickstoffzeiger: Wo er in Massen steht, ist der Boden meist nährstoffreich.
Typische Fundorte sind:
- Wegränder, Feldwege und Strassenböschungen
- Bahndämme und Gleisanlagen
- Schuttplätze, Baubrachen und Industriebrachen
- Ufer von Flüssen und Kanälen
- Zäune, Mauerfüsse und ungenutzte Gartenecken
Das natürliche Verbreitungsgebiet umfasst Europa, weite Teile Asiens und Nordafrika. In Nordamerika ist die Art eingebürgert und gilt dort vielerorts als unerwünschtes Unkraut. Auf zwei Wege stützt sich ihre Ausbreitung: das kriechende Rhizom und die grosse Zahl leichter, windverbreiteter Samen.
Untersucht wird auch, ob Artemisia-Arten das Wachstum benachbarter Pflanzen chemisch beeinflussen. Dieses Phänomen heisst Allelopathie. Eine serbische Arbeit aus 2025 prüfte Extrakte und ätherische Öle von Beifuss und Wermut; getestet wurden zwei Unkrautarten im Laborversuch. Beschrieben wurden hemmende Effekte auf Keimung und Keimlingswachstum.3 Es handelt sich um Petrischalen-Versuche, nicht um Feldergebnisse.
Mit dem Beifussblättrigen Traubenkraut (Ambrosia artemisiifolia) wird Beifuss im Gelände regelmässig verwechselt. Auf die Ähnlichkeit der Blätter verweist schon der deutsche Name. Das Unterscheidungsmerkmal ist dasselbe wie oben. Beim Traubenkraut sind die Blätter auf beiden Seiten grün, bei Beifuss ist die Unterseite weissfilzig. Zudem bleibt das Traubenkraut meist niedriger und ist einjährig. In der Schweiz steht Ambrosia artemisiifolia auf der Verbotsliste der Freisetzungsverordnung; für die Art gilt eine nationale Melde- und Bekämpfungspflicht.
Steckbrief Beifuss
| Wissenschaftlicher Name | Artemisia vulgaris L. |
| Familie | Korbblütler (Asteraceae) |
| Gattung | Artemisia, rund 500 Arten |
| Weitere deutsche Namen | Gemeiner Beifuss, Gewöhnlicher Beifuss, Wilder Wermut, Gänsekraut, Sonnwendgürtel |
| Lebensform | ausdauernde Staude mit Rhizom |
| Wuchshöhe | meist 60–200 cm |
| Blütezeit | Juli bis September |
| Bestäubung | durch Wind (anemophil) |
| Standort | Wegränder, Brachen, Bahndämme, Ufer; stickstoffreiche Böden |
| Verbreitung | Europa, Asien, Nordafrika; in Nordamerika eingebürgert |
| Verwendete Pflanzenteile | Kraut und Blütenrispen, meist kurz vor der vollen Blüte geschnitten |
| Küchengebrauch | getrocknet als Gewürz, würzig-bitter |
| Stoffgruppen | ätherisches Öl, Sesquiterpenlactone, Flavonoide, Phenolsäuren |
Beifuss, Wermut, Estragon und Einjähriger Beifuss
Vier Arten der Gattung Artemisia werden häufig verwechselt, obwohl sie sich in Aussehen, Duft und Verwendung deutlich unterscheiden.
Wermut (Artemisia absinthium) ist auf beiden Blattseiten silbrig-grau und seidig behaart. Beifuss ist nur unterseits weiss. Wermut schmeckt ausgeprägt bitter und riecht kräftig aromatisch. Er ist die namengebende Pflanze des Absinths. In der Schweiz hat dieses Getränk eine bewegte Geschichte: Eine Volksinitiative von 1908 führte zu einem Verbot, das am 7. Oktober 1910 in Kraft trat. Erst am 1. März 2005 wurde es wieder aufgehoben.
Estragon (Artemisia dracunculus) sieht ganz anders aus. Seine Blätter sind schmal-lanzettlich und ungeteilt, nicht fiederteilig. Er duftet anisartig. Eine Übersichtsarbeit aus 2021 beschreibt Estragon als Gewürzpflanze in Asien, Europa und Amerika. Sein ätherisches Öl hat eine sehr wechselnde Zusammensetzung. Zudem werden Flavonoide, Phenolsäuren, Cumarine und Alkamide genannt.7
Einjähriger Beifuss (Artemisia annua) ist, wie der Name sagt, einjährig, bildet fein zerteilte, hellgrüne Blätter und duftet stark. Aus dieser Art wurde der Naturstoff Artemisinin isoliert. Für diese Arbeiten erhielt die chinesische Wissenschaftlerin Tu Youyou 2015 den Nobelpreis für Physiologie oder Medizin. In Mitteleuropa breitet sich die Art zunehmend aus.
Welche Inhaltsstoffe im Beifuss vorkommen
Beifuss enthält ein ätherisches Öl. Unter diesem Begriff versteht man ein Gemisch flüchtiger Duftstoffe, das sich durch Wasserdampfdestillation gewinnen lässt. Der Ölanteil im Kraut ist gering und liegt deutlich unter einem Prozent. Aus der Gruppe der Sesquiterpenlactone kommen Bitterstoffe dazu, ferner Flavonoide, Cumarine und Phenolsäuren.
Nach Herkunft schwankt die Zusammensetzung des Öls stark. Fachleute sprechen von Chemotypen: genetisch und standortbedingt verschiedene Stoffmuster derselben Art. Zwei Beispiele zeigen das deutlich. Eine Untersuchung an Blättern aus Manipur in Nordostindien identifizierte 47 Verbindungen; als mengenmässig führende Komponente wurde Eucalyptol (1,8-Cineol) beschrieben.2 Eine serbische Analyse desselben Krauts fand ein ganz anderes Bild mit Sesquiterpenen an der Spitze.3
| Pflanzenmaterial | Führende Komponenten des ätherischen Öls |
|---|---|
| Beifuss, Blätter, Manipur (Indien)2 | Eucalyptol 29,9 % · Sabinen 8,4 % · Borneol 8,2 % |
| Beifuss, Kraut, Serbien3 | Gurjunen 10,4 % · cis-Chrysanthenylacetat 7,2 % · γ-Humulen 6,7 % |
| Zum Vergleich: Wermut, Kraut, Serbien3 | β-Thujon 18,9 % · cis-Ocimenepoxid 7,9 % · Bicyclogermacren 7,0 % |
Die letzte Zeile ist aufschlussreich. Im untersuchten Wermutöl war Thujon die Hauptkomponente, im Beifussöl derselben Studie nicht.3 Bei den wasserlöslichen Bestandteilen fanden die Autorinnen und Autoren in beiden Arten Chlorogensäure als mengenmässig führenden Phenolstoff.3 In vielen anderen Pflanzen kommt Chlorogensäure ebenfalls vor, etwa in Kaffeebohnen und in Artischocken.
Thujon: ein Inhaltsstoff mit gesetzlicher Obergrenze
Thujon ist ein Monoterpen-Keton und kommt in zwei Spielarten vor, als alpha- und als beta-Thujon. In mehreren Lippen- und Korbblütlern findet es sich, etwa in Wermut, in Thuja und in manchen Salbei-Arten. In Beifuss kommt es je nach Herkunft in geringen Mengen oder praktisch nicht vor. Der Stoff ist chemisch gut beschrieben und lebensmittelrechtlich geregelt.
Die schweizerische Aromenverordnung führt Thujon in zwei Listen. Zum einen zählt es zu den Stoffen, die Lebensmitteln nicht als solche zugesetzt werden dürfen. Zum anderen gilt eine Höchstmenge für zusammengesetzte Lebensmittel, denen Aromen zugesetzt wurden. Diese Angaben beschreiben den Rechtsrahmen und enthalten keine Empfehlung.
Rechtsrahmen Thujon (Schweiz)
Aromenverordnung (SR 817.022.41), Anhang 4: Thujon (alpha- und beta-) darf Lebensmitteln nicht als solches zugesetzt werden. Für zusammengesetzte Lebensmittel mit zugesetzten Aromen gelten Höchstmengen. Alkoholische Getränke: 10 mg/kg. Aus Artemisia-Arten hergestellte alkoholische Getränke: 35 mg/kg. Aus Artemisia-Arten hergestellte nichtalkoholische Getränke: 0,5 mg/kg. Stand der zitierten Fassung: 1. Juli 2025.
Woher der Name Beifuss kommt
In der Literatur wird der Gattungsname Artemisia auf zwei Ursprünge zurückgeführt: Genannt wird die griechische Göttin Artemis, ebenso Artemisia II. von Karien, eine Herrscherin des 4. Jahrhunderts vor unserer Zeitrechnung. Keine der beiden Deutungen gilt als gesichert.
Der deutsche Name ist ein sprachgeschichtlicher Sonderfall. Auf althochdeutsch bīvuoz geht er zurück. In der Sprachwissenschaft wird der zweite Bestandteil meist mit einem alten Verb für «stossen» oder «schlagen» verbunden. Dann wäre ein Kraut gemeint, das man zerstösst. Die naheliegende Verbindung mit dem Körperteil «Fuss» gilt als volksetymologische Umdeutung. Sie ist also eine spätere Erklärung, die sich am Klang orientierte.
Diese Umdeutung fand allerdings kräftige Nahrung in der Überlieferung. Bereits Plinius der Ältere hielt im 1. Jahrhundert fest, wer Artemisia bei sich trage, ermüde auf dem Weg nicht. Aus dieser antiken Notiz entwickelte sich der Ruf als Wanderkraut. Überliefert ist, dass Reisende und Pilger sich das Kraut in die Schuhe legten oder es an den Gürtel banden. Diese Angaben geben die kulturhistorische Überlieferung wieder; sie sind keine Aussage über eine Wirkung.
Beifuss als Küchengewürz
In der deutschsprachigen Küche ist Beifuss ein klassisches Bratengewürz. Verwendet werden die getrockneten Blütenrispen und Blätter, meist kurz vor der vollen Blüte geerntet. Der Geschmack ist würzig mit einer bitteren Note. Weil die Bitterkeit dann stärker hervortritt, wird frisches Kraut selten genommen.
Traditionell begleitet das Gewürz fette Fleischgerichte:
- Gänsebraten, besonders zur Martins- und Weihnachtszeit
- Ente und anderes Geflügel
- Schweinebraten und Krustenbraten
- Deftige Eintöpfe und Aal in einzelnen Regionalküchen
Die Küchenliteratur begründet die Kombination geschmacklich: Die bittere Note setzt einen Kontrast zum Fett und macht ein Gericht weniger eintönig. Bei der Enzianwurzel in Bittergetränken und beim Wacholder zu Wild argumentiert die Küche ähnlich. Historisch hatte Beifuss noch eine zweite Rolle. Vor der allgemeinen Durchsetzung des Hopfens gehörte er zu den Kräutern, mit denen Bier gewürzt wurde. Unter dem Namen Grut oder Gruit sind solche Mischungen überliefert.
Moxibustion: Beifuss in der Traditionellen Chinesischen Medizin
In Ostasien hat die Gattung eine eigene Verwendungsgeschichte: Getrocknete Beifussblätter werden zu einem watteartigen Material verarbeitet, der sogenannten Moxawolle. Sie besteht überwiegend aus den feinen Haaren der Blattunterseite. Diese werden vom Blattgewebe abgetrennt. Genau jene weissfilzige Behaarung, die oben als Bestimmungsmerkmal beschrieben wurde, ist also der Rohstoff.
Das Verfahren heisst Moxibustion. Dabei wird die Moxawolle über oder nahe bei Akupunkturpunkten abgebrannt. Aus dem Japanischen stammt der Name «Moxa», der auf ein Wort für Brennkraut zurückgeht. In China wird vor allem der Chinesische Beifuss (Artemisia argyi) verwendet, in Japan meist Artemisia princeps. Der europäische Artemisia vulgaris ist die nächstverwandte heimische Art und hat dem Verfahren im westlichen Sprachgebrauch den Namen gegeben.
Moxibustion ist ein fester Bestandteil der Traditionellen Chinesischen Medizin und wird bis heute praktiziert; zudem ist sie Gegenstand klinischer Forschung. Dieser Lexikonartikel beschreibt die Praxis als kulturelle und medizinhistorische Tatsache. Eine Aussage über einen gesundheitlichen Nutzen ist damit ausdrücklich nicht verbunden.
Beifusspollen und der Spätsommer
Weil Beifuss windbestäubt ist, gibt er seinen Pollen an die Luft ab. Die Pollenkörner sind klein, leicht und werden über weite Strecken verfrachtet. In der Aerobiologie, also der Erforschung biologischer Partikel in der Luft, zählt Artemisia deshalb zu den regelmässig erfassten Taxa. Mit volumetrischen Pollenfallen wird gemessen.
In der Allergologie sind die Beifusspollen beschrieben. Sechs Pollenproteine der Art sind bekannt und werden nach internationaler Nomenklatur Art v 1 bis Art v 6 genannt. Eine 2025 in BMC Plant Biology veröffentlichte Arbeit untersuchte, wann und in welcher Menge die zugehörigen Gene abgelesen werden.4 Danach erreichen Art v 1 und Art v 3 ihre höchsten Werte im reifen, noch in der Blüte eingeschlossenen Pollen. Art v 4 dagegen ist im isolierten reifen Pollenkorn am stärksten vertreten. Diese Angaben beschreiben Pflanzenbiologie und Proteinchemie.
Zum zeitlichen Verlauf liefern aerobiologische Messreihen konkrete Zahlen. Für Wien beschreibt eine Auswertung der Jahre 2014 bis 2023 die Artemisia-Pollensaison von Juli bis September. Das Maximum liegt um Mitte August.5 Im letzten Jahrzehnt wurde zusätzlich Pollen im September registriert; im Herbst 2023 lag der Tageshöchstwert sogar über dem sommerlichen Maximum. Die Auswertung fand einen Zusammenhang mit milden Herbsttemperaturen. Welche Artemisia-Art diesen späten Flug verursacht, ist offen; diskutiert werden A. annua und A. verlotiorum.5
Eine ältere Untersuchung aus Poznań verglich drei Arten am selben Ort. Von den dreien begann Artemisia vulgaris am frühesten zu blühen und lieferte je Pflanze die grösste Pollenmenge. Die Feld-Beifuss-Art A. campestris produzierte je Pflanze weniger, trug wegen ihrer Häufigkeit aber rund 30 Prozent zur Gesamtsumme bei.6
Häufige Fragen zu Beifuss
Zu welcher Pflanzenfamilie gehört Beifuss?
Zu den Korbblütlern (Asteraceae) gehört Beifuss. Zu dieser Familie zählen auch Kamille, Ringelblume, Löwenzahn und Sonnenblume. Innerhalb der Familie ist Beifuss ein Sonderfall, weil er vom Wind bestäubt wird und keine auffälligen Blüten bildet.
Wie unterscheide ich Beifuss von Wermut?
Am schnellsten über das Blatt. Beifuss ist oberseits dunkelgrün und nur unterseits weissfilzig, Wermut auf beiden Seiten silbrig-grau und seidig behaart. Zudem riecht Wermut kräftiger und schmeckt deutlich bitterer.
Wann blüht Beifuss?
In Mitteleuropa liegt die Blütezeit zwischen Juli und September. Aerobiologische Messreihen aus Wien beschreiben die Artemisia-Pollensaison im gleichen Zeitraum, mit einem Maximum um Mitte August.5
Was ist Thujon?
Thujon ist ein Monoterpen-Keton, das in mehreren Pflanzen vorkommt, besonders im Wermut. Lebensmittelrechtlich darf es Lebensmitteln nicht als solches zugesetzt werden; für zusammengesetzte Lebensmittel mit zugesetzten Aromen nennt die Aromenverordnung Höchstmengen.
Was ist Moxa?
Moxa ist getrocknetes und aufbereitetes Beifusskraut, meist als watteartige Moxawolle, und besteht vor allem aus den Haaren der Blattunterseite. In der Traditionellen Chinesischen Medizin wird sie bei der Moxibustion abgebrannt.
Warum heisst die Pflanze Beifuss?
Auf althochdeutsch bīvuoz geht der Name zurück; mit einem alten Verb für «stossen» wird der zweite Teil sprachwissenschaftlich meist verbunden. Die Verbindung mit dem Körperteil «Fuss» gilt als spätere volksetymologische Umdeutung, gestützt durch die Überlieferung vom Kraut im Schuh.
Wie viele Arten hat die Gattung Artemisia?
Die Gattung umfasst rund 500 Arten. Eine 2025 veröffentlichte Arbeit ordnete 502 von 505 anerkannten Arten in 24 Sektionen und acht Untergattungen ein.1 Damit zählt Artemisia zu den grossen Pflanzengattungen.
Redaktion und fachliche Prüfung
Verfasst von der Fachredaktion der Sanasis AG (Redaktion Pflanzenkunde und Ernährung). Fachlich gegengelesen im Rahmen der internen Qualitätssicherung. Der Beitrag beschreibt die Pflanze allgemein-enzyklopädisch und ist keine Empfehlung, Beratung oder Bewerbung eines Produkts. Hinweise und Korrekturen an info@sanasis.ch. Zuletzt geprüft am 05.08.2026.
Quellen
Die folgenden Quellen belegen Systematik, stoffliche Zusammensetzung, Pollenbiologie und den Rechtsrahmen. Sie belegen keine gesundheitliche Wirkung. Recherche über Europe PMC, jede DOI über Crossref bestätigt.
1 Jiao B et al. (2025): Global phylogeny and taxonomy of Artemisia. Nature Communications 16(1). PMID 41062471. doi.org/10.1038/s41467-025-64039-0
2 Singh N et al. (2023): Phytochemical Composition … of Essential Oil from the Leaves of Artemisia vulgaris L. Molecules 28(5):2279. PMID 36903525. doi.org/10.3390/molecules28052279
3 Tojić T et al. (2025): Allelopathic Potential of Artemisia absinthium and Artemisia vulgaris from Serbia: Chemical Composition … Plants 14(11):1663. PMID 40508337. doi.org/10.3390/plants14111663
4 Frątczak A et al. (2025): Developmental and quantitative expression profile of the six pollen allergens of mugwort (Artemisia vulgaris L.). BMC Plant Biology 25(1). PMID 40604475. doi.org/10.1186/s12870-025-06917-9
5 Bastl K et al. (2025): A second Artemisia pollen peak in autumn in Vienna: reaching the point of no return? Aerobiologia 41(2):115–125. PMID 40547192. doi.org/10.1007/s10453-024-09836-8
6 Bogawski P et al. (2016): Flowering phenology and potential pollen emission of three Artemisia species in relation to airborne pollen data. Aerobiologia 32(2):265–276. PMID 27340330. doi.org/10.1007/s10453-015-9397-z
7 Ekiert H et al. (2021): Artemisia dracunculus (Tarragon): A Review of Its Traditional Uses, Phytochemistry and Pharmacology. Frontiers in Pharmacology 12:653993. PMID 33927629. doi.org/10.3389/fphar.2021.653993
Rechtsgrundlage: Verordnung des EDI über Aromen und Lebensmittelzutaten mit Aromaeigenschaften in und auf Lebensmitteln (Aromenverordnung), SR 817.022.41, Anhang 4, Stand 1. Juli 2025.
Die referierten Arbeiten beruhen auf phytochemischer Analytik, molekularbiologischen Messungen, aerobiologischen Messreihen oder Laborversuchen. Ihre Nennung kennzeichnet Forschungsfelder und begründet keinen gesundheitsbezogenen Anspruch.
Informativer Lexikonartikel der Sanasis AG · redaktionell geprüft · zuletzt aktualisiert am 05.08.2026. Der Beitrag beschreibt die Pflanze allgemein-enzyklopädisch und ist keine Empfehlung oder Bewerbung eines Produkts.