Camu-Camu: Myrtengewächs aus dem Amazonasgebiet
Lexikon · Botanik
Camu-Camu (Myrciaria dubia) ist ein Strauch aus der Familie der Myrtengewächse und im Amazonasgebiet heimisch. Für seine Vermehrung ist er auf Bienen angewiesen – ohne deren Besuch bleibt der Fruchtansatz aus.1
Dieser Lexikonartikel beschreibt die Pflanze: Einordnung, Namen, Bestäubung und Anbau. Er trifft keine Aussagen zu Wirkungen, Beschwerden oder Anwendungen.
Steckbrief
| Wissenschaftlicher Name | Myrciaria dubia (Kunth) McVaugh |
| Familie | Myrtengewächse (Myrtaceae) |
| Weitere Namen | Camu-Camu, Caçari1 |
| Herkunft | Amazonasgebiet1 |
| Wuchsform | Strauch bis kleiner Baum |
| Bestäubung | durch Bienen, zwingend erforderlich1 |
| In der Literatur genannt für | den Ascorbinsäuregehalt der Früchte1 |
| Zugelassene Angabe | keine2 |
Eine Pflanze, die von Bienen abhängt
Camu-Camu bringt keine Früchte hervor, wenn die Blüten unbesucht bleiben. Die Art ist für eine erfolgreiche Bestäubung auf Bienen angewiesen.1 Umgekehrt ist die Blütezeit für die Bienen des Amazonasgebiets eine wichtige Nahrungsquelle – die Abhängigkeit geht in beide Richtungen.
Eine Feldarbeit hat verglichen, wer die Blüten besucht: einmal an natürlichen Standorten, einmal in einer Anbaufläche. Ausgewertet wurde über Pollenanalysen, aus denen sich Netzwerke der Besuche aufbauen liessen.1
Das Ergebnis steht schon im Untertitel der Arbeit: ähnlich gebaute Netzwerke, aber verschiedene Bestäuber.1 Die Struktur der Beziehung bleibt also erhalten, während die beteiligten Arten wechseln, wenn aus Wildwuchs eine Plantage wird.
Was der Name bedeutet
«Camu-Camu» ist ein volkstümlicher Name aus dem Amazonasgebiet. Daneben ist «Caçari» gebräuchlich.1 Beide bezeichnen dieselbe Art.
Der wissenschaftliche Name lautet Myrciaria dubia. Die Gattung Myrciaria gehört zu den Myrtengewächsen – derselben Familie wie Gewürznelke, Guave und Eukalyptus.
Rechtliche Einordnung
In der Fachliteratur wird die Frucht meist wegen ihres Ascorbinsäuregehalts genannt.1 Daraus folgt jedoch keine Aussagemöglichkeit für ein Erzeugnis.
Für Camu-Camu selbst gibt es keine zugelassene gesundheitsbezogene Angabe.2 Angaben zu Vitamin C sind an das Vitamin geknüpft, nicht an die Pflanze, und setzen einen belegten Mindestgehalt je Portion voraus. Eine Lexikonseite erfüllt diese Voraussetzung nicht – sie beschreibt kein Erzeugnis.
Bezeichnungen wie «Superfood» sind ohnehin keine geprüfte Eigenschaft, sondern nicht definierte Vermarktungsbegriffe.
Häufige Fragen
Was ist Camu-Camu?
Ein Strauch aus der Familie der Myrtengewächse mit dem wissenschaftlichen Namen Myrciaria dubia, heimisch im Amazonasgebiet.1
Wie wird die Pflanze bestäubt?
Durch Bienen, und zwar zwingend: Ohne deren Besuch gelingt die Bestäubung nicht.1 Die Blütezeit ist umgekehrt eine wichtige Nahrungsquelle für Bienen der Region.
Unterscheiden sich Wildbestand und Plantage?
Im Aufbau der Bestäubungsnetzwerke kaum, in den beteiligten Arten deutlich. Eine Feldarbeit fand ähnlich gebaute Netzwerke mit unterschiedlichen Bestäubern.1
Gibt es noch andere Namen?
Ja, im Amazonasgebiet ist auch «Caçari» gebräuchlich.1 Beide Namen bezeichnen dieselbe Art.
Warum steht hier nichts über Wirkungen?
Weil gesundheitsbezogene Angaben nur zulässig sind, wenn sie in der Liste zugelassener Angaben stehen. Für Camu-Camu ist dort kein Eintrag vorhanden.2
Dieser Beitrag beschreibt eine Pflanze aus botanischer Sicht. Er ist keine medizinische Information, keine Empfehlung und keine Anleitung zur Selbstbehandlung. Fragen zur eigenen Gesundheit gehören zu einer Fachperson.
Redaktion & Quellen · Fachredaktion der Sanasis AG · zuletzt aktualisiert am 10.08.2026. Fachliteratur über PubMed und Europe PMC recherchiert, jede Quelle über Crossref bestätigt.
1 Ferreira GAC, Barnett APA et al. (2026): Interactions among bees and flowers of camu-camu (Myrciaria dubia (Kunth) McVaugh) in the Amazon: similar networks with different pollinators. An Acad Bras Cienc 98(2):e20250402. PMID 42484165. doi.org/10.1590/0001-3765202620250402
2 Verordnung (EU) Nr. 432/2012 der Kommission zur Festlegung einer Liste zulässiger anderer gesundheitsbezogener Angaben über Lebensmittel. Abgeglichen am 10.08.2026: kein Eintrag zu Camu-Camu oder Myrciaria. eur-lex.europa.eu
Die referierte Arbeit ist eine bestäubungsökologische Untersuchung. Ihre Nennung dient der Belegführung und begründet keinen gesundheitsbezogenen Anspruch.