Hyaluron: was der Stoff ist und woran man Erzeugnisse unterscheidet
Hyaluronsäure ist ein körpereigenes Kettenmolekül aus zwei sich abwechselnden Zuckerbausteinen. Für Hyaluronsäure bestehen keine zugelassenen gesundheitsbezogenen Angaben. Diese Seite beschreibt deshalb den Stoff und die Ware — und macht keine Aussage über eine Wirkung.
Was Sie hier finden: Aufbau, Molekülgrösse, Herstellungswege und die Merkmale, an denen sich Erzeugnisse tatsächlich unterscheiden.
Ein Molekül, das keine feste Grösse hat
Hyaluronsäure ist kein Stoff mit einer festen Summenformel wie Vitamin C. Sie ist ein Polymer: eine lange Kette aus immer denselben zwei Bausteinen, N-Acetylglucosamin und Glucuronsäure, die sich abwechseln. Wie lang diese Kette ausfällt, ist von Erzeugnis zu Erzeugnis verschieden.
Deshalb hat Hyaluronsäure auch keine einzelne Molekülmasse, sondern eine Verteilung. Angegeben wird sie meist in Dalton oder Kilodalton. Diese Zahl ist die einzige Angabe, die zwei Hyaluron-Erzeugnisse wirklich vergleichbar macht — und sie fehlt in der Werbung oft.
Wo der Stoff im Körper vorkommt
Hyaluronsäure gehört zu den Glykosaminoglykanen und ist ein Baustein des Bindegewebes. Sie kommt unter anderem in der Haut, in der Gelenkflüssigkeit und im Glaskörper des Auges vor. Ihre auffälligste physikalische Eigenschaft ist, dass sie in wässriger Lösung viel Wasser bindet und dabei zähflüssig wird.
Das ist eine Beschreibung des Stoffes, keine Aussage über eine Wirkung nach der Einnahme. Für eine solche Aussage bräuchte es einen amtlichen Wortlaut, und den gibt es zu Hyaluronsäure nicht.
Herkunft: Fermentation statt Hahnenkamm
Früher wurde Hyaluronsäure aus tierischem Gewebe gewonnen, klassisch aus Hahnenkämmen. Heute stammt die überwiegende Menge aus bakterieller Fermentation. Dabei bauen Bakterienkulturen den Stoff in einem Nährmedium auf, anschliessend wird er abgetrennt und gereinigt.
Für die Kaufentscheidung ist das aus zwei Gründen relevant. Erstens ist fermentativ hergestellte Hyaluronsäure frei von tierischem Ausgangsmaterial und damit für eine vegane Ernährung geeignet. Zweitens lässt sich die Kettenlänge im Fermentationsverfahren gezielter einstellen als bei einem Extrakt aus Gewebe.
Woran sich Erzeugnisse unterscheiden
| Molekülmasse | Angabe in Dalton oder Kilodalton. Fehlt sie, ist das Erzeugnis nicht vergleichbar. |
| Menge je Tagesportion | meist in Milligramm angegeben, bezogen auf die empfohlene tägliche Verzehrsmenge |
| Herkunft | bakterielle Fermentation oder tierisches Ausgangsmaterial |
| Salzform | im Zutatenverzeichnis oft als Natriumhyaluronat geführt — das ist das Natriumsalz derselben Substanz |
| Darreichung | Trinkfläschchen, Kapsel oder Pulver — und getrennt davon die Anwendung auf der Haut |
| Begleitzutaten | viele Erzeugnisse enthalten weitere Stoffe, für die eigene Regeln gelten |
Warum Hyaluronsäure so viel Wasser bindet
Die Erklärung steckt im Namen des zweiten Bausteins. Glucuronsäure trägt eine Säuregruppe, die in wässriger Lösung negativ geladen vorliegt. Eine lange Kette trägt also sehr viele gleichnamige Ladungen.
Gleiche Ladungen stossen sich ab. Die Kette bleibt deshalb weit aufgespannt statt sich zusammenzuknäueln, und in dieses aufgespannte Netz lagern sich Wassermoleküle ein. Je länger die Kette, desto ausgeprägter dieser Effekt — das ist der physikalische Grund, warum die Molekülmasse als Kennwert überhaupt angegeben wird.
Wer eine Hyaluron-Lösung anrührt, sieht das unmittelbar: Schon geringe Mengen machen Wasser deutlich zähflüssiger. Diese Beobachtung beschreibt eine Eigenschaft des Stoffes im Glas — sie sagt nichts über einen Vorgang im Körper aus.
Ein Stoff mit zwei Namen und einer langen Geschichte
Beschrieben wurde Hyaluronsäure erstmals in den 1930er-Jahren, isoliert aus dem Glaskörper des Auges. Der Name setzt sich aus dem griechischen Wort für Glas und dem Zuckerbaustein Uronsäure zusammen. In der Fachsprache läuft der Stoff heute meist als Hyaluronan, weil er im Körper als Salz und nicht als freie Säure vorliegt.
Für die Praxis bedeutet das vor allem eines: Auf Verpackungen und in Zutatenverzeichnissen begegnen Ihnen mehrere Bezeichnungen für dieselbe Sache — Hyaluronsäure, Hyaluronan, Natriumhyaluronat und die englische Form Sodium Hyaluronate. Es lohnt sich, alle vier zu kennen, wenn man Zutatenlisten vergleicht.
Einnehmen und Auftragen sind zwei verschiedene Dinge
Hyaluronsäure begegnet Ihnen in zwei völlig verschiedenen Warengruppen. In Cremes und Seren wird sie auf die Haut aufgetragen — solche Erzeugnisse sind kosmetische Mittel und folgen dem Kosmetikrecht. In Trinkfläschchen, Kapseln und Pulvern wird sie eingenommen — das sind Lebensmittel.
Was in der einen Gruppe auf der Packung stehen darf, darf deshalb nicht ohne Weiteres in der anderen stehen. Wer beide vergleicht, vergleicht zwei Rechtslagen mit.
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Sanasis führt hier Dr. Niedermaier® Hyaluron. Menge, Herkunft und Zusammensetzung entnehmen Sie den Angaben beim Produkt. Eine Wirkaussage finden Sie dort nicht — und das ist kein Versehen, sondern die Rechtslage.
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Häufige Fragen
Warum steht bei Hyaluron-Produkten keine Wirkaussage?
Weil es zu Hyaluronsäure in der amtlichen Liste der zulässigen gesundheitsbezogenen Angaben keinen Eintrag gibt. Zulässig ist nur, was dort steht, und nur im festgelegten Wortlaut.
Was bedeutet niedermolekular?
Dass die Ketten des Polymers kurz sind. Die Angabe erfolgt in Dalton oder Kilodalton. Hoch- und niedermolekulare Ware unterscheiden sich in Löslichkeit und Verarbeitung.
Ist Natriumhyaluronat etwas anderes?
Es ist das Natriumsalz der Hyaluronsäure. Im Zutatenverzeichnis steht meist diese Form, weil sie stabiler und besser löslich ist.
Ist Hyaluronsäure vegan?
Das hängt vom Herstellungsweg ab. Ware aus bakterieller Fermentation kommt ohne tierisches Ausgangsmaterial aus. Die Angabe finden Sie beim jeweiligen Produkt.
Redaktion Sanasis AG. Rechtliche Grundlage: Verordnung des EDI betreffend die Information über Lebensmittel (LIV, SR 817.022.16), Anhang 14 — kein Eintrag zu Hyaluronsäure. Diese Seite beschreibt einen Stoff und eine Warengruppe, nicht eine Anwendung am Menschen.