Inhalt: 1000 Kapseln
Moringa: Blatt und Samen ergeben zwei ganz verschiedene Erzeugnisse
Moringa ist ein Baum. Sein botanischer Name lautet Moringa oleifera Lam. Aus den Blättern entsteht ein grünes Pulver, das auch in Kapseln abgefüllt wird. Aus den Samen wird ein Öl gepresst. Beide Wege beginnen am selben Baum – sonst haben sie wenig gemeinsam.
Eine Pflanzenfamilie mit einer einzigen Gattung
Moringa gehört zur Familie der Moringaceae. Diese Familie ist ungewöhnlich klein: Sie enthält nur eine einzige Gattung, nämlich Moringa, und zu dieser Gattung zählt die GBIF-Taxonomie dreizehn anerkannte Arten. Im Handel spielt praktisch nur Moringa oleifera eine Rolle. Die übrigen zwölf Arten wachsen vor allem in Ostafrika, am Horn von Afrika und auf Madagaskar.
Interessanter als die Familie ist die Ordnung darüber. Moringa steht bei den Kreuzblütlerartigen (Brassicales) – in derselben Verwandtschaft wie Senf, Kresse, Rettich, Meerrettich und Kohl. Daraus folgt etwas, das man einem tropischen Baum nicht ansieht: Er bildet Senfölglykoside (Glucosinolate). Diese Stoffgruppe ist das chemische Erkennungszeichen der ganzen Ordnung.
Genau daher stammt der Geruch. Wer eine Packung Moringa-Blattpulver öffnet, riecht zuerst Heu und dahinter etwas Scharfes. Dieselbe Stoffgruppe macht Rettich scharf und Senf beissend. Das Aroma ist also kein Zeichen für Verderb, sondern eine Eigenschaft der Pflanzenfamilie. Sie erklärt auch einen der deutschen Namen des Baumes: Meerrettichbaum. Die Wurzel schmeckt tatsächlich in diese Richtung.
Der Baum selbst wächst schnell und wirft bei Trockenheit das Laub ab. Seine Früchte sind lange, dreikantige Kapseln, die an Trommelschlägel erinnern – im Englischen heisst er deshalb drumstick tree. In diesen Kapseln reifen die Samen heran, aus denen das Öl gepresst wird.
Vier Blatterzeugnisse, ein Samenerzeugnis
Vier der fünf Erzeugnisse dieser Kategorie kommen vom Blatt. Das Bio Moringa Pulver ist die Grundform: getrocknetes, fein vermahlenes Blatt, sonst nichts. Wer das Abmessen und den Geschmack umgehen möchte, findet dasselbe Pulver in den Bio Moringa Kapseln, deren Hülle aus Hydroxypropylmethylcellulose besteht – einem pflanzlichen Zellulosestoff. Für den laufenden Bedarf gibt es dieselben Kapseln im Beutel als Bio Moringa Kapseln Vorratspackung und als Moringa Kapseln Vorratspackung.
Vom Samen stammt nur ein einziges Erzeugnis: das Moringa Öl. Es wird aus den Samen gepresst und äusserlich verwendet. Der Handel kennt es seit Langem unter dem Namen Behenöl oder Ben-Öl. Weil es lange klar bleibt und kaum riecht, war es früher ein gefragtes Trägeröl der Parfümerie und ein Schmiermittel für feine Uhrwerke. Mit dem Blattpulver hat es weder Herstellung noch Verwendung gemeinsam.
Woher der Rohstoff kommt
Moringa wächst in vielen tropischen Ländern, und der Anbauort schlägt sich im Erzeugnis nieder. Die Rohstoffe dieser Kategorie stammen aus drei Regionen:
| Bio Moringa Pulver | Blatt, Rohstoff aus Südwestindien, verarbeitet und abgefüllt in Deutschland |
| Bio Moringa Kapseln | Blatt, Rohstoff aus Indonesien |
| Vorratspackungen | Blatt, Rohstoff aus Nordindien |
| Moringa Öl | Samen, gepresst, in Braunglas abgefüllt |
Ernte, Trocknung und woran sich Qualität zeigen kann
Geerntet werden junge, voll entwickelte Blätter. Der Zeitpunkt entscheidet mit: Zu früh gepflückte Blätter bringen wenig Ausbeute, zu spät geerntete enthalten mehr Blattstiel und Stängel. Nach der Ernte werden die Blätter gewaschen und getrocknet. Wird zu heiss getrocknet, geht die grüne Farbe in ein stumpfes Oliv über. Deshalb arbeiten sorgfältige Betriebe langsam, mit Luft und Schatten statt mit Hitze. Anschliessend wird gemahlen und gesiebt.
Am Ende steht die Frage der Lagerung. Blattpulver ist licht- und luftempfindlich, es verliert an der Sonne rasch die Farbe. Deshalb wird es dunkel, kühl und trocken aufbewahrt. Beim Öl übernimmt die Verpackung diese Aufgabe: Es wird in dunkles Glas abgefüllt, das den grössten Teil des sichtbaren Lichts abhält.
Beurteilen lässt sich das Blattpulver mit blossem Auge und mit der Nase. Drei Merkmale sind dabei brauchbar:
- Farbe. Frisches, kräftiges Grün spricht für schonende Trocknung. Braunstich oder Graugrün deutet auf Hitze oder lange Lagerung.
- Geruch. Erwartbar ist Heu mit einer leicht scharfen Note. Muffiger oder gar süsslicher Geruch gehört nicht dazu.
- Stängelanteil. Je mehr Blattstiel und Stängel mitvermahlen werden, desto faseriger und heller wird das Pulver. Reines Blattpulver ist feiner und gleichmässiger in der Farbe.
Was rechtlich für Moringa gilt
Für Moringa besteht keine zugelassene gesundheitsbezogene Angabe. Der Baum und seine Blätter kommen auch in Anhang 1 der Verordnung des EDI über Nahrungsergänzungsmittel nicht vor, SR 817.022.14. Beides muss man auseinanderhalten: Teil A dieses Anhangs führt die zulässigen Vitamine und Mineralstoffe abschliessend auf, Teil B die sonstigen Stoffe – und Teil B ist gerade nicht abschliessend. Aus dem Fehlen eines pflanzlichen Erzeugnisses folgt daher kein Verbot.
Praktisch heisst das: Über Moringa lässt sich sagen, was er botanisch ist, wie er verarbeitet wird und woher er stammt. Werbliche Beinamen und Vergleiche mit anderen Lebensmitteln gehören nicht dazu, ebenso wenig Aufzählungen von Inhaltsstoffen im Fliesstext. Die Nährwertangaben und die vollständige Zutatenliste finden Sie in den eigenen Feldern auf der jeweiligen Produktseite.
Der Unterschied zwischen Blatt und Samen hat auch hier eine Folge. Die vier Blatterzeugnisse sind Nahrungsergänzungsmittel und tragen die dafür vorgeschriebenen Angaben, darunter die empfohlene tägliche Verzehrsmenge. Das Samenöl wird äusserlich verwendet und folgt deshalb einer anderen Logik. Wer die beiden Gruppen vermischt, überträgt Angaben, die für das andere Erzeugnis gar nicht gelten.
Die vier Blatterzeugnisse dieser Kategorie sind Nahrungsergänzungsmittel.
Nahrungsergänzungsmittel sind kein Ersatz für eine ausgewogene und abwechslungsreiche Ernährung sowie eine gesunde Lebensweise.
Die angegebene empfohlene tägliche Verzehrsmenge darf nicht überschritten werden.
Ausserhalb der Reichweite von kleinen Kindern aufbewahren.