Murmeli Produkte: Fettsalbe und Massageöl aus einem alpinen Nebenprodukt
Die Murmeli Produkte sind kosmetische Mittel zur äusseren Anwendung auf der Haut. Ihr namengebender Rohstoff ist Murmeltieröl: ausgelassenes Fett des Alpenmurmeltiers (Marmota marmota), eines Nagetiers aus der Familie der Hörnchen. Die Kategorie umfasst sechs Erzeugnisse in zwei Formen – Fettsalben und Öle.
Ein Rohstoff, der aus der Jagd stammt
Murmeltieröl ist kein Erzeugnis der Tierhaltung. Es fällt bei der Jagd an, die in der Schweiz kantonal geregelt ist und nur in einem kurzen Zeitfenster im Spätsommer und Frühherbst stattfindet. Das hat einen sachlichen Grund: Murmeltiere legen vor dem Winterschlaf eine dicke Fettschicht an. Genau dann ist das Fett verfügbar, und zwar in nennenswerter Menge.
Daraus folgt ein Merkmal, das diese Warengruppe von fast allen anderen Pflegeprodukten unterscheidet: Der Rohstoff ist ein Nebenprodukt. Er entsteht nicht auf Bestellung, sondern fällt an oder eben nicht. Die Menge lässt sich nicht steigern, sie hängt von der Jagdstrecke einer Saison ab. Das Fett wird ausgelassen, also unter Wärme geschmolzen und von Gewebeteilen getrennt. Übrig bleibt ein weiches, bei Raumtemperatur halbfestes Fett.
In den Alpen kennt man es unter vielen Namen: Murmelifett, Murmelisalbe, Murmelischmutz, Munggafett. «Marmotte» ist schlicht das französische Wort für Murmeltier. Die Vielfalt der Bezeichnungen sagt etwas über die Verbreitung aus: Der Rohstoff war in fast jedem Alpental bekannt, und jedes Tal hatte sein eigenes Wort dafür.
Hinter der Verwertung steht ein einfacher Gedanke, der älter ist als jede Produktlinie. Was erlegt wurde, wurde vollständig genutzt: Fleisch, Fell und eben das Fett. Ein Erzeugnis auf dieser Grundlage ist deshalb kein Massenartikel und lässt sich nicht beliebig skalieren.
Warum die Alpen eine Fettsalbe hervorgebracht haben
Eine Fettsalbe enthält kein Wasser. Sie besteht aus Fetten und Ölen, in die pflanzliche Auszüge eingearbeitet sind. Das war in den Bergen keine Stilfrage, sondern eine Frage der Haltbarkeit: Eine wasserfreie Zubereitung verdirbt langsamer und braucht keine Kühlung. Sie liess sich im Herbst herstellen und über den Winter aufbewahren.
Auf der Haut verhält sich eine solche Salbe anders als eine Creme. Sie legt sich als Film auf, zieht langsam ein und bleibt lange spürbar. Genau dieser Film ist ihre kosmetische Funktion: Er schützt die Hautoberfläche und hält sie geschmeidig. Deshalb waren Fettsalben dort verbreitet, wo Kälte, Wind und starke Sonneneinstrahlung auf ungeschützte Haut trafen.
Eine zweite Eigenschaft folgt daraus: Eine Fettsalbe verhält sich mit der Temperatur. In der warmen Hand wird sie weich und lässt sich dünn ausstreichen, im kalten Raum bleibt sie fest. Auch Farbe und Geruch können von Charge zu Charge leicht abweichen, weil pflanzliche Auszüge und tierisches Fett Naturstoffe sind. Das ist keine Abweichung von der Qualität, sondern eine Folge der Machart.
Wie ein Kräuterauszug in das Fett kommt
Der klassische Weg heisst Fettauszug oder Mazeration. Die Pflanzenteile werden in das erwärmte Fett gegeben und dort über Stunden bis Tage belassen. Fettlösliche Bestandteile gehen dabei in die Grundlage über, wasserlösliche bleiben weitgehend zurück. Anschliessend wird abgeseiht und ausgepresst, und die Salbe erstarrt beim Abkühlen.
Zwei Dinge entscheiden über das Ergebnis: die Temperatur und die Zeit. Zu heiss verarbeitet, verändern sich empfindliche Bestandteile und der Geruch kippt ins Röstige. Zu kurz gezogen, bleibt der Auszug schwach. Deshalb ist die Herstellung einer Fettsalbe eher eine Geduldsarbeit als ein Mischvorgang.
Salbe oder Öl: der Unterschied liegt in der Konsistenz
Beide Formen tragen denselben Grundgedanken, verhalten sich aber verschieden. Die Salbe ist streichfähig und bleibt dort, wo sie aufgetragen wird. Das Öl ist flüssig, lässt sich über grössere Hautflächen verteilen und gleitet dabei länger, bevor es einzieht.
Als Salbe gibt es die Murmeli Kräutersalbe «wärmend» in den Grössen 100 ml und 50 ml sowie die Murmeli Kräutersalbe «kühlend», ebenfalls in 100 ml und 50 ml. Als Öl stehen das Murmeli-Massageöl «wärmend» und das Öl Marmotte zur Verfügung, das mit Orange parfümiert ist.
«Wärmend» und «kühlend»: zwei Rezepturen, ein Hautgefühl
Die beiden Salben unterscheiden sich nicht in der Fettgrundlage, sondern im Kräuterauszug. Beide Rezepturen enthalten pflanzliche Auszüge, die in das Fett eingearbeitet werden; die Zusammenstellung ist eine andere. Die vollständigen Angaben dazu stehen im eigenen Feld auf jeder Produktseite.
Die Bezeichnungen «wärmend» und «kühlend» beschreiben, wie sich die Zubereitung auf der Haut anfühlt. Die Haut besitzt eigene Sinneszellen für Wärme und Kälte, und einige Pflanzenstoffe sprechen diese Zellen an, ohne dass sich die Hauttemperatur tatsächlich ändert. Das Ergebnis ist ein Empfindungseindruck an der Hautoberfläche – mehr sagen die beiden Wörter nicht aus.
Was ein Kosmetikum aussagen darf
Kosmetische Mittel sind rechtlich eng umrissen. Artikel 53 der Lebensmittel- und Gebrauchsgegenständeverordnung, SR 817.02, zählt abschliessend auf, worauf ein Kosmetikum einwirken darf und zu welchem Zweck:
- Wirkorte sind Haut, Haare, Nägel, Lippen, äussere Geschlechtsorgane sowie Zähne und Mundschleimhaut.
- Zwecke sind Reinigen, Parfümieren, Verändern des Aussehens, Schützen, Beeinflussen des Körpergeruchs und Erhalten in gutem Zustand.
Was nicht in dieser Aufzählung steht, ist kein kosmetischer Zweck. Das gilt insbesondere für alles, was unter der Haut liegt. Wird ein Erzeugnis mit einer Wirkung auf solche Bereiche angepriesen, verlässt es das Kosmetikrecht und fällt unter das Heilmittelrecht – und zwar bereits durch die Anpreisung selbst, nach Artikel 4 des Heilmittelgesetzes, SR 812.21. Deshalb beschreibt diese Seite Herkunft, Machart und Hautgefühl, aber keine Anwendungsgebiete.
Hinweise zur Anwendung
Nur zur äusseren Anwendung. Nicht zum Verzehr geeignet.
Nicht auf verletzte oder gereizte Haut auftragen.
Bei empfindlicher Haut vor der ersten Anwendung eine kleine Menge an einer unauffälligen Stelle auftragen und abwarten.