Coenzym Q10: Stoffkunde, Formen und rechtlicher Rahmen
Coenzym Q10 ist eine fettlösliche Verbindung aus einem Chinonring und einer langen Seitenkette aus zehn Isopreneinheiten. Diese Zehn gibt dem Stoff seinen Namen. Der Körper bildet ihn selbst, und er kommt auch in Lebensmitteln vor. In dieser Kategorie führen wir zwei Erzeugnisse: Q10 Premium in Kapseln und Liposomales Q10 als flüssige Zubereitung.
Ein Ring und eine Kette
Der Aufbau von Coenzym Q10 lässt sich in zwei Teile zerlegen. Den einen Teil bildet ein Benzochinon, ein Sechserring aus Kohlenstoff mit zwei Sauerstoffatomen. Den anderen Teil bildet eine Kette aus zehn aneinandergereihten Isopreneinheiten. Isopren ist ein kleiner Kohlenwasserstoff mit fünf Kohlenstoffatomen, den viele Pflanzen und Tiere als Baustein verwenden.
Die Kette entscheidet über das Verhalten des Moleküls. Sie besteht fast nur aus Kohlenstoff und Wasserstoff und ist damit lipophil, also fettfreundlich. Coenzym Q10 löst sich deshalb schlecht in Wasser und gut in Fetten und Ölen. Für die Verarbeitung in einem Erzeugnis ist das die zentrale Eigenschaft.
Die Zahl im Namen ist keine Mengenangabe und keine Produktbezeichnung. Sie zählt schlicht die Isopreneinheiten. Andere Lebewesen bilden Varianten mit anderer Kettenlänge; beim Menschen ist es die Zehn.
Ubichinon und Ubichinol
Der Chinonring kann Elektronen aufnehmen und wieder abgeben. Je nachdem trägt das Molekül einen anderen Namen. Ohne die zusätzlichen Elektronen heisst es Ubichinon, das ist die oxidierte Form. Mit ihnen heisst es Ubichinol, das ist die reduzierte Form. Es handelt sich um denselben Stoff in zwei Zuständen, nicht um zwei verschiedene Stoffe.
Der Name Ubichinon spielt auf das lateinische ubique an, also «überall». Er verweist darauf, wie weit verbreitet die Verbindung in Lebewesen ist.
Für die Herstellung ist der Unterschied praktisch bedeutsam. Ubichinol ist die empfindlichere Form: Es reagiert an der Luft und geht dabei in Ubichinon über. Ubichinon ist stabiler und lässt sich einfacher lagern. Die Verordnung des EDI über Nahrungsergänzungsmittel führt in Anhang 2 beide Verbindungen als zulässig auf.
Vorkommen in Lebensmitteln
Coenzym Q10 steckt in vielen Lebensmitteln, meist in kleinen Mengen. Vergleichsweise gehaltvoll sind Innereien, fetter Seefisch wie Sardine und Makrele sowie einige Nüsse und Samen. Auch Pflanzenöle, Hülsenfrüchte und Kohlgemüse liefern einen Beitrag.
Weil die Verbindung fettlöslich und hitzeempfindlich ist, hängt der Gehalt einer Speise stark von der Zubereitung ab. Längeres Erhitzen und Auslaugen im Kochwasser verringern ihn.
Was in dieser Kategorie steht
Q10 Premium
Q10 Premium ist ein Nahrungsergänzungsmittel in Kapselform. Das Coenzym stammt aus einer Fermentation mit Hefe und wird anschliessend chromatografisch gereinigt. Die Kapselhülle besteht aus Hydroxypropylmethylcellulose, einem pflanzlichen Celluloseabkömmling.
Die Verzehrsempfehlung lautet zwei Kapseln täglich zu einer Mahlzeit. Damit schöpft das Erzeugnis die gesetzliche Höchstmenge für Coenzym Q10 vollständig aus. Die empfohlene Verzehrsmenge darf nicht überschritten werden.
Liposomales Q10
Liposomales Q10 ist eine flüssige Zubereitung. Der fettlösliche Stoff wird dabei mit Phospholipiden aus Sonnenblumenlecithin zu Liposomen verarbeitet, also zu kleinen Bläschen mit einer Hülle aus Fettmolekülen. Die Verzehrsempfehlung lautet zehn Milliliter täglich, entsprechend 100 Milligramm Coenzym Q10.
Der rechtliche Rahmen
Coenzym Q10 gilt lebensmittelrechtlich als sonstiger Stoff. Die Verordnung des EDI über Nahrungsergänzungsmittel (SR 817.022.14) führt ihn in Anhang 1 Teil B mit einer Höchstmenge von 200 Milligramm je empfohlener täglicher Verzehrsmenge auf. Ein Warnhinweis ist für diesen Stoff nicht vorgeschrieben.
Für gesundheitsbezogene Angaben gilt ein eigenes Regelwerk. Zulässig sind nur die Angaben, die in Anhang 14 der Verordnung des EDI betreffend die Information über Lebensmittel (SR 817.022.16) aufgeführt sind. Für Coenzym Q10 ist dort keine Angabe verzeichnet. Auf dieser Seite steht deshalb bewusst keine Wirkaussage, sondern nur Stoffkunde.
| Name | Coenzym Q10, auch Ubichinon-10 |
| Stoffklasse | Benzochinon mit Isoprenoid-Seitenkette |
| Summenformel | C59H90O4, molare Masse 863,3 g/mol |
| Zwei Formen | Ubichinon (oxidiert), Ubichinol (reduziert) |
| Löslichkeit | fettlöslich, in Wasser praktisch unlöslich |
| Stoffdatenbank | PubChem CID 5281915, CAS 303-98-0 |
| VNem Anhang 1 | Teil B, Höchstmenge 200 mg je Tagesportion |
| Zulässige Verbindungen | Ubichinon und Ubichinol (VNem Anhang 2) |
| Zugelassene Angabe | keine |
Häufige Fragen
Was bedeutet die Zahl 10 im Namen?
Sie zählt die Isopreneinheiten der Seitenkette. Das Molekül trägt zehn davon. Die Zahl sagt nichts über eine Menge, eine Dosierung oder eine Produktvariante aus.
Worin unterscheiden sich Ubichinon und Ubichinol?
Im Elektronenzustand des Chinonrings. Ubichinon ist die oxidierte, Ubichinol die reduzierte Form desselben Stoffs. Ubichinon ist an der Luft die stabilere von beiden. Nach VNem Anhang 2 sind beide Verbindungen zulässig.
Wie viel Coenzym Q10 darf ein Nahrungsergänzungsmittel enthalten?
Höchstens 200 Milligramm je empfohlener täglicher Verzehrsmenge. Dieser Wert steht in Anhang 1 Teil B der Verordnung des EDI über Nahrungsergänzungsmittel.
Warum steht hier keine Wirkaussage?
Weil für Coenzym Q10 keine gesundheitsbezogene Angabe zugelassen ist. Anhang 14 der Verordnung über die Information über Lebensmittel führt den Stoff nicht auf. Ohne zugelassenen Wortlaut ist jede Wirkaussage unzulässig, auch als Umschreibung.
Warum ist die Zubereitungsform ein Thema?
Weil der Stoff fettlöslich ist und sich in Wasser praktisch nicht löst. Die beiden Erzeugnisse dieser Kategorie lösen das unterschiedlich: als Kapsel mit einem pulverförmigen Träger oder als flüssige Zubereitung mit Phospholipiden.
Nahrungsergänzungsmittel sind kein Ersatz für eine ausgewogene und abwechslungsreiche Ernährung sowie eine gesunde Lebensweise. Die angegebene empfohlene tägliche Verzehrsmenge darf nicht überschritten werden. Ausserhalb der Reichweite von kleinen Kindern aufbewahren.
Redaktionell verfasst und geprüft durch die Redaktion der Sanasis AG. Zuletzt geprüft am 12.08.2026.