Durchschnittliche Bewertung von 5 von 5 Sternen
Inhalt: 60 Kapseln
Kurkuma: vier Erzeugnisse und ihre Unterschiede
Kurkuma ist der Wurzelstock der Pflanze Curcuma longa L. aus der Familie der Ingwergewächse. Aus ihm wird ein Extrakt gewonnen, dessen farbgebende Bestandteile Curcuminoide heissen. Diese Seite stellt vier Erzeugnisse gegenüber, die sich in der Zubereitungsform des Extraktes unterscheiden.
Zu Kurkuma und zu Curcumin ist in der Schweiz keine gesundheitsbezogene Angabe zugelassen. Diese Seite beschreibt deshalb Herkunft, Zubereitungsform und Verzehrmenge — keine Wirkung im Körper.
Die Pflanze und ihr Wurzelstock
Curcuma longa L. gehört zu den Zingiberaceae, den Ingwergewächsen, und damit in dieselbe Familie wie Ingwer und Kardamom. Verwendet wird nicht die Wurzel im botanischen Sinn, sondern das Rhizom — ein unterirdischer Spross, der als Speicherorgan dient.
Getrocknet und gemahlen ergibt das Rhizom das Gewürz, das den Currymischungen ihre Farbe gibt. Für Nahrungsergänzungsmittel wird daraus ein Extrakt hergestellt, in dem die Curcuminoide angereichert sind. Der deutsche Name der Pflanze lautet Gelbwurz.
Curcuminoide sind praktisch nicht wasserlöslich. Genau daran setzen die Zubereitungsformen an, die im Handel angeboten werden: Sie sollen den Extrakt in eine Form bringen, die sich in wässriger Umgebung verteilt. Diese Frage betrifft die Technik der Zubereitung, nicht eine Wirkung im Körper.
Vier Zubereitungsformen, die hier vorkommen
- Mizellar. Der Extrakt wird mit einem Emulgator in kugelförmige Verbände gebracht. Nach aussen zeigen diese Verbände ihre wasserfreundliche Seite, im Innern liegen die Curcuminoide.
- Liposomal. Der Extrakt wird von einer Hülle aus Phospholipiden umschlossen. Als Phospholipid dient hier Sonnenblumenlecithin.
- In Öl gelöst. Der Extrakt wird in mittelkettigen Fettsäuren aufgenommen und in eine Kapsel gefüllt. Das ist die einfachste der vier Formen.
- In Gummi arabicum. Der Extrakt wird in ein Polysaccharid aus Akaziensaft eingebettet, das zugleich als Verdickungsmittel dient. Diese Rezeptur kommt ohne Emulgator vom Typ Polysorbat aus.
Die vier Erzeugnisse im Überblick
Das Kurkuma forte 185 ist eine Kapsel mit mizellar zubereitetem Extrakt und zusätzlich Vitamin D. Es ist das einzige Erzeugnis dieser Kategorie, das einen deklarierten Nährstoff enthält. Verzehrt wird eine Kapsel je Tag.
Das Kurkuma forte 2.0 arbeitet mit Sonnenblumenlecithin und mittelkettigen Fettsäuren. Es ist damit die liposomale Kapselvariante des Sortiments und wird mit ein bis drei Kapseln je Tag verzehrt.
Das Liposomale Curcumin ist die einzige flüssige Zubereitung. Es wird aus einer Flasche mit dem Messbecher entnommen; die Tagesmenge beträgt zehn Milliliter.
Das Liponova® Kurkuma Weihrauch 185 forte verbindet den Kurkuma-Extrakt mit einem Extrakt aus Weihrauch (Boswellia serrata). Es ist das einzige Erzeugnis der Kategorie mit einem zweiten Pflanzenextrakt und zugleich das einzige, dessen Extrakte in einer Matrix aus Gummi arabicum liegen.
| Erzeugnis | Form und Tagesmenge |
| Kurkuma forte 185 | Kapsel, mizellar, 1 Kapsel je Tag |
| Kurkuma forte 2.0 | Kapsel, liposomal, 1 bis 3 Kapseln je Tag |
| Liposomales Curcumin | Flüssigkeit, liposomal, 10 ml je Tag |
| Liponova® Kurkuma Weihrauch 185 forte | Kapsel, in Gummi arabicum, mit Weihrauch-Extrakt, 1 bis 2 Kapseln je Tag |
Gewürz, Pulver, Extrakt — drei verschiedene Dinge
Im Sprachgebrauch heisst alles Kurkuma. Rechtlich und handwerklich sind es drei Erzeugnisse, die sich deutlich unterscheiden.
Das Gewürz ist der getrocknete, gemahlene Wurzelstock. Es enthält alles, was die Pflanze eingelagert hat, in der Zusammensetzung, die gewachsen ist. Der Anteil der Curcuminoide schwankt je nach Herkunft und Erntejahr.
Das Pulver für Kapseln ist dasselbe Material, nur feiner vermahlen und portioniert. Auch hier ist die Zusammensetzung die der Pflanze.
Der Extrakt entsteht in einem weiteren Schritt: Mit einem Lösungsmittel werden bestimmte Bestandteile aus dem Pflanzenmaterial herausgelöst und aufkonzentriert. Ein Extrakt mit der Angabe «20 Prozent» enthält demnach ein Fünftel Curcuminoide. Deshalb stehen auf einer Kapsel mit Extrakt kleinere Zahlen als auf einer Packung Gewürz — der Vergleich der blossen Milligrammzahl führt hier in die Irre.
Alle vier Erzeugnisse dieser Kategorie arbeiten mit einem Extrakt, nicht mit gemahlenem Wurzelstock. Die genaue Zusammensetzung steht bei jedem Erzeugnis im Feld mit den Zutaten unterhalb der Produktbeschreibung.
Was die Zahl 185 im Namen bedeutet
Zwei Erzeugnisse tragen die Zahl 185 im Namen. Sie stammt aus einem Laborvergleich der Hersteller: Gemessen wurde, wie viel Curcuminoide aus der mizellaren Zubereitung im Blut ankommen, verglichen mit nativem Pulver. Diese Zubereitung steckt im Kurkuma forte 185.
Beim Liponova® Kurkuma Weihrauch 185 forte ist die Zahl Bestandteil des Produktnamens, die Rezeptur arbeitet jedoch mit einer Matrix aus Gummi arabicum. Wer die beiden Erzeugnisse vergleicht, sollte deshalb die Zubereitungsform heranziehen und nicht die Zahl im Namen.
Die Zahl beschreibt eine Eigenschaft der Zubereitungsform. Sie sagt nichts darüber aus, was der Stoff im Körper bewirkt. Eine bessere Aufnahme ist keine gesundheitsbezogene Angabe, und sie darf auch nicht als eine solche gelesen werden.
Häufige Fragen
Gibt es zugelassene gesundheitsbezogene Angaben zu Kurkuma?
Nein. Anhang 14 der Verordnung des EDI betreffend die Information über Lebensmittel enthält weder zu Kurkuma noch zu Curcumin oder Curcuminoiden einen Eintrag. Wer eine Wirkung behauptet, verwendet eine Angabe, die es rechtlich nicht gibt.
Warum trägt dann ein Erzeugnis eine Angabe auf der Produktseite?
Weil sich diese Angabe auf Vitamin D bezieht, nicht auf Kurkuma. Nur das Kurkuma forte 185 enthält Vitamin D in deklarierter Menge. Die zugelassenen Wortlaute zu Vitamin D stehen deshalb auf dieser einen Produktseite.
Welches Erzeugnis eignet sich für wen?
Das entscheidet die gewünschte Darreichungsform. Wer Kapseln bevorzugt, hat drei Möglichkeiten; wer lieber eine Flüssigkeit einnimmt, wählt das Liposomale Curcumin. Die Erzeugnisse unterscheiden sich in der Zubereitung, nicht in einer versprochenen Wirkung.
Ist Kurkuma dasselbe wie Curry?
Nein. Curry ist eine Gewürzmischung aus mehreren Bestandteilen. Kurkuma ist eine davon und gibt der Mischung ihre gelbe Farbe.
Wozu wird bei Kurkuma oft schwarzer Pfeffer genannt?
Piperin, der scharfe Bestandteil des schwarzen Pfeffers, wird manchen Zubereitungen beigegeben. Er soll die Aufnahme der Curcuminoide beeinflussen. Keines der vier hier gezeigten Erzeugnisse enthält Piperin; sie arbeiten stattdessen mit Emulgatoren, Phospholipiden oder Öl.
Warum färbt Kurkuma so stark?
Die Curcuminoide sind kräftige gelbe Farbstoffe. Sie haften an Kunststoff und an Textilien und lassen sich dort nur schwer entfernen. Beim Umgang mit dem Gewürz und mit flüssigen Zubereitungen ist das der praktisch wichtigste Punkt.
Woran erkenne ich die tatsächliche Menge je Tag?
An zwei Feldern der Produktseite. Das eine nennt die Zusammensetzung je Kapsel oder je Milliliter, das andere die empfohlene Verzehrmenge. Erst beide zusammen ergeben die Tagesmenge; die Zahl im Produktnamen tut das nicht.
Nahrungsergänzungsmittel sind kein Ersatz für eine ausgewogene und abwechslungsreiche Ernährung sowie eine gesunde Lebensweise. Die angegebene tägliche Verzehrsmenge darf nicht überschritten werden. Ausserhalb der Reichweite von kleinen Kindern lagern.
Redaktion Sanasis AG. Mengen- und Verzehrangaben stammen aus der Kennzeichnung der genannten Erzeugnisse. Die rechtliche Einordnung folgt der Verordnung des EDI betreffend die Information über Lebensmittel (LIV), SR 817.022.16, Anhang 14.